Neubau-Kollaps! 500.000 Wohnungen fehlen
Der deutsche Wohnungsmarkt steht vor einer massiven Herausforderung. Das aktuelle Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) zeichnet ein düsteres Bild.
Der Neubau stockt, die Bauwirtschaft befindet sich im Abschwung – und vor allem für ältere Menschen fehlen hunderttausende Wohnungen.
Neubau bricht ein – Branche spricht von Systemkrise
Die Immobilienexperten sprechen in ihrem Bericht von einer tiefgreifenden Störung im Wohnungssektor. Die Bautätigkeit sei deutlich zurückgegangen, Investitionen blieben aus, Projekte würden verschoben oder ganz aufgegeben. Eine Vielzahl an Auflagen, gestiegene Finanzierungskosten und unsichere Rahmenbedingungen, wie hohe Energiepreise hätten die Baukonjunktur erheblich gebremst.
ZIA-Präsidentin Iris Schöberl betonte bei der Vorstellung des Gutachtens in Berlin, die aktuellen Wirtschaftsdaten seien kein kurzfristiger Ausrutscher, sondern Ausdruck einer grundlegenden Schwäche.
500.000 Wohnungen für Senioren fehlen
Besonders deutlich wird die Problemlage beim Blick auf den demografischen Wandel. Laut Gutachten fehlen derzeit zwischen 400.000 und 500.000 Wohneinheiten im Bereich Seniorenwohnen. Angesichts einer alternden Bevölkerung verschärft sich diese Lücke weiter. Ältere Menschen sind häufig auf barrierefreie oder barrierearme Wohnungen angewiesen – ein Segment, das am Markt bislang unzureichend entwickelt wurde.
Die Experten rechnen damit, dass sich der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum in den kommenden Jahren massiv erhöhen wird. Bis zum Jahr 2035 könnte die Versorgungslücke im Bereich barrierearmen Wohnens auf bis zu 3,7 Millionen Einheiten anwachsen. Damit droht eine soziale und infrastrukturelle Herausforderung von erheblichem Ausmaß.
Wohnraum als soziale Frage
Die Analyse macht deutlich, dass es sich längst nicht mehr nur um ein Bau- oder Investitionsthema handelt. Der Mangel an geeigneten Wohnungen betrifft zentrale gesellschaftliche Bereiche.
Die Immobilienweisen fordern daher strukturelle Reformen, weniger bürokratische Hürden und eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen und einer stärkeren Förderung zielgerichteter Wohnbauprojekte lasse sich die Abwärtsspirale stoppen.
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