Derzeit verteilten 44 Prozent der Jungfirmen Anteile an die Beschäftigten, ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 172 Start-ups. Im Vorjahr sei die Quote bei 38 Prozent gelegen. Weitere 42 Prozent der Befragten stünden einer Mitarbeiterbeteiligung offen gegenüber, während sechs Prozent einen solchen Schritt ausschlössen.

“Start-ups können meist keine Spitzengehälter zahlen, aber sie können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am finanziellen Erfolg beteiligen”, sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. “Die Rahmenbedingungen für eine Mitarbeiterbeteiligung wurden zu Jahresbeginn verbessert, jetzt gilt es, die neuen Chancen auch zu nutzen.” Die deutsche Regierung hatte unter anderem Steuerfreibeträge erhöht und die Frist für die Besteuerung von Einkünften aus der Übertragung von Unternehmensbeteiligungen (“Dry Income”) verlängert. Dennoch sei der Verwaltungsaufwand weiterhin recht hoch, kritisierte Wintergerst. “Wir müssen die Prozesse vereinfachen, etwa durch die Einführung stimmrechtsloser Anteile im GmbH-Recht.”

Stärkung der Motivation

Die Start-ups mit Mitarbeiterbeteiligung gaben der Umfrage zufolge eine Stärkung der Motivation (88 Prozent) und der Bindung an das Unternehmen (79 Prozent) als häufigste Gründe an. Etwa zwei Drittel der Befragten könnten nur so die Gehaltsvorstellungen von Fachkräften erfüllen. In 30 Prozent dieser Firmen erhielten ausschließlich Führungskräfte Anteile. Lediglich in knapp einem Viertel der Fälle würden sämtliche Beschäftigte zu Miteigentümern.