Bevor der reguläre Betrieb startet, absolvieren rund 40 Lokführer der WESTbahn intensive Trainingsfahrten zwischen Graz und Klagenfurt. Die Strecke gilt als technologisch anspruchsvoll: Klassische Lichtsignale fehlen, sämtliche Informationen zu Tempolimits oder Haltepunkten werden direkt in den Führerstand übermittelt.

Damit folgt die Westbahn dem Vorgehen der ÖBB, deren Personal bereits vor der offiziellen Eröffnung im Dezember monatelang auf der neuen Infrastruktur geschult wurde. Für die Testfahrten ist eine Garnitur im Einsatz, die bereits mit regionalen Kulturmotiven aus der Steiermark und Kärnten gestaltet wurde.

Neue Züge für die Südverbindung

Die Fahrzeuge für die Südstrecke wurden eigens beim Schweizer Hersteller Stadler Rail gefertigt und werden sukzessive ausgeliefert. Jede Garnitur bietet mehr als 420 Sitzplätze und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h.

Die Fahrt von Villach zum Wiener Hauptbahnhof dauert 3 Stunden und 37 Minuten – ein Wert, der sich an den schnellsten bestehenden Verbindungen orientiert. Anders als manche Direktzüge legen die Westbahn-Züge mehrere Zwischenhalte ein, darunter in Pörtschach am Wörthersee, Klagenfurt, Kühnsdorf, Graz, Bruck an der Mur, Semmering, Wiener Neustadt und Wien Meidling. Das Unternehmen spricht von einem Qualitätszuwachs auf der neuen Südachse.

Ausbau des Fahrplans im Frühjahr

Zum Start werden die Züge dreimal täglich in beide Richtungen verkehren. Ein vollständiger Fahrplan mit höherer Frequenz ist laut Westbahn erst ab Ende Mai vorgesehen, da auf Teilen der Strecke noch Bauarbeiten der ÖBB stattfinden.

Bis 29. Mai entfällt der Halt am Semmering, stattdessen wird Payerbach-Reichenau bedient. Bereits ab 26. März soll das Angebot an besonders stark nachgefragten Tagen – etwa an Wochenenden, Feiertagen und während der Osterferien – auf bis zu fünf Verbindungen pro Richtung ausgeweitet werden.

Anschlussprobleme trüben das Bild

Während neue Direktverbindungen entstehen, verläuft der Übergang im übrigen Netz nicht gerad reibungslos. Vor allem bei Umstiegen in Villach kommt es laut Fahrgastvertretern häufig zu Schwierigkeiten. Vor der großen Fahrplanumstellung bestanden durchgehende

Zweistundenverbindungen zwischen Klagenfurt und Salzburg. Nun gibt es zwar einen Stundentakt, jedoch erfordert die Mehrheit der Fahrten einen Umstieg in Villach.

Reisende aus Graz, dem Lavanttal oder Klagenfurt in Richtung Salzburg – ebenso in umgekehrter Richtung – sind von sehr knapp kalkulierten Umstiegszeiten betroffen. Bereits geringe Verspätungen führen dazu, dass Anschlusszüge verpasst werden.