Neuwagen-Boom: So verändert sich der Automarkt
In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 griffen deutlich mehr Käufer zu Neuwagen als noch im Jahr zuvor. Der Markt wächst – überraschenderweise getragen vor allem von Fahrzeugen mit alternativen Antriebskonzepten, die den klassischen Benziner und Diesel zunehmend verdrängen.
Zwischen Jänner und Oktober wurden in Österreich insgesamt 239.594 Pkw erstmals zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 12,5 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024. Nach Angaben von Statistik Austria ist es vor allem der Schub bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen, der dem Markt neuen Schwung verliehen hat.
Alternative Antriebe dominieren den Markt
Mehr als 60 % aller Neuzulassungen entfielen inzwischen auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Besonders stark legten Benzin-Hybride zu: Ihre Zahl stieg um 45,4 % auf knapp 80.000 Fahrzeuge. Auch reine Elektroautos verzeichneten ein kräftiges Wachstum von über 40 % und erreichten mehr als 51.000 Neuzulassungen. Diesel-Hybride entwickelten sich moderater, konnten aber ebenfalls leicht zulegen.
Im Gegenzug verloren klassische Antriebe weiter an Boden. Die Neuzulassungen von Diesel-Pkw brachen um rund ein Viertel ein, Benziner mussten ein Minus von knapp sechs Prozent hinnehmen.
Unternehmen treiben den Absatz
Der Großteil der Neuwagen wurde nicht von privaten Haushalten, sondern von Firmen zugelassen. Rund zwei Drittel der Pkw-Neuzulassungen entfielen auf Unternehmen, nur 37 % auf Privatkäufer. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung von Flottenkunden für die aktuelle Marktdynamik.
Bei den beliebtesten Marken behaupteten Volkswagen, Škoda, BMW und Audi ihre Spitzenplätze. Auffällig waren jedoch vor allem die starken Wachstumsraten einiger Herausforderer: Cupra legte um fast 90 % zu, auch Dacia, Hyundai und Škoda verzeichneten deutliche Zuwächse.
Auch Deutschland mit leichtem Wachstum
Auch in Deutschland entwickelte sich der Automarkt 2025 moderat positiv. Dank eines starken Dezembers stiegen die Pkw-Neuzulassungen auf rund 2,9 Mio. Fahrzeuge – ein Plus von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Dennoch bleibt das Niveau deutlich unter dem Vorkrisenjahr 2019.
Autoexperte Constantin Gall von EY verweist auf eine anhaltende Kaufzurückhaltung: Konjunkturelle Unsicherheit, Sorgen um Arbeitsplätze und geopolitische Krisen würden weiterhin auf der Nachfrage lasten.
Über 545.000 rein elektrische Fahrzeuge wurden neu zugelassen, ein Plus von mehr als 43 %. Der Marktanteil stieg damit auf gut 19 %. Trotz dieses Wachstums bleibt der Abstand zu den ambitionierten EU-Zielen groß, die langfristig eine vollständige Umstellung auf emissionsfreie Antriebe vorsehen.
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