OMV: 4,6 Milliarden Euro Gewinn und Gas-Fokus bis 2030
Trotz eines Gewinnrückgangs und sinkender Produktion hält die OMV an ihrer Zielsetzung für das Jahr 2025 fest, eine hohe Dividende von 4,40 Euro je Aktie auszuschütten. CEO Alfred Stern begründete dies mit dem starken operativen Cashflow von 5,2 Milliarden Euro. Die Förderung soll durch das Gasprojekt Neptun Deep ab 2027 wieder steigen.
Während das bereinigte Nettoergebnis 2025 um 7 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro nachgab und das unbereinigte Ergebnis durch Abschreibungen belastet war, verteidigte CEO Stern die Ausschüttungspolitik: „Wir müssen die Dividenden aus dem Cashflow und nicht aus dem Nettoergebnis bezahlen.” Die Bilanz sei mit einem Verschuldungsgrad von 14 Prozent extrem stark und das integrierte Modell aus Energie, Kraftstoffen und Chemie habe in einem schwierigen Umfeld funktioniert.
Produktion: Talsohle vor Neptun Deep
Stern bezeichnete den Rückgang der Produktion unter die Marke von 300.000 Barrel pro Tag (boe/d) im Jahr 2026 als vorübergehend. Die Trendwende soll das Gasprojekt „Neptun Deep” im Schwarzen Meer bringen. Es wird ab 2027 rund 70.000 Fass pro Tag hinzufügen. „Dazu haben wir auch noch andere organische Wachstumsprojekte, die auch noch mal ca. 70.000 Barrel hinzufügen.” Das Ziel, bis 2030 wieder täglich 400.000 Fass zu fördern, bleibe bestehen.
Dabei setzt der OMV-Chef weiter auf Erdgas: „Gas wird wesentlich länger und auch in Europa gebraucht werden”, so Stern mit Verweis auf neue Gaskraftwerke. Deshalb sehe sich die OMV derzeit „aktiv im Markt um”, um Zukäufe vor allem im Gasbereich zu tätigen.
Transformation: SAF-Absatz vervielfacht
Im Bereich der grünen Transformation verzeichnet der Konzern ein rasantes Wachstum bei nachhaltigen Flugkraftstoffen (SAF). So sei der Absatz von 4.000 Tonnen im Jahr 2024 auf 60.000 Tonnen im Jahr 2025 gestiegen, erklärte Stern. Beim Geothermie-Projekt „deeep” in Wien laufen derzeit die Produktionstests. Bis 2028 sollen die ersten 20.000 Haushalte versorgt werden, danach will man die Kapazität auf 200.000 Haushalte „hochrampen”.
Keine Kündigungen beim Sparprogramm
Das Effizienzprogramm „Revo“, mit dem bis 2027 rund 400 Millionen Euro an Kosten eingespart werden sollen, habe bereits 2025 350 Millionen Euro zum Cashflow beigetragen, sagte Stern. Was befürchtete Kündigungen angeht, gab Stern Entwarnung: „Wir haben keine zusätzlichen Leute eingestellt und bei Nachbesetzungen selektiv gearbeitet.”
BGI-Start und Russland-Konflikt
Die Zusammenführung der OMV-Tochter Borealis und der ADNOC-Tochter Borouge zur neuen „Borouge Group International“ (BGI) soll wie geplant im ersten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Das Hauptquartier wird vorerst am OMV-Standort in Wien angesiedelt sein. „Wir werden hier mal anfangen”, bestätigte Stern.
Zur Causa Russland betonte er, dass man das Urteil aus St. Petersburg, das der OMV Schiedsverfahren im Ausland verbietet, als „illegitim” betrachte. „Wir werden natürlich weiterhin alle Rechte der Schiedsverfahren vorantreiben”, so Stern. Die hohen Abschreibungen von rund 700 Millionen Euro im vierten Quartal führte Stern indes größtenteils auf Rückbauverpflichtungen in Rumänien zurück. Dies sei jedoch Teil einer positiven Einigung zur Verlängerung der Lizenzen um weitere 15 Jahre.
Vorsichtige Prognose für 2026
Die OMV gibt sich für das laufende Geschäftsjahr 2026 vorsichtig. Der Konzern erwartet einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von rund 65 US-Dollar pro Barrel. Die eigene Öl- und Gasproduktion wird voraussichtlich leicht unter der Marke von 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (kboe/d) liegen – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Geschäftstätigkeit in Libyen ohne Einschränkungen verläuft. Im vierten Quartal 2025 war die Produktion zuletzt bereits auf 300.000 Fass gesunken. Die geplanten organischen Investitionen beziffert das Unternehmen für 2026 mit rund 3,2 Milliarden Euro.
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