Das derzeitige Pfandsystem für Plastikflaschen und Metalldosen gilt vielen als positives Beispiel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Seit der Einführung Anfang 2025 sind die Rücklaufquoten deutlich gestiegen. Mehr als vier Fünftel der ausgegebenen Verpackungen werden inzwischen wieder zurückgebracht – ein Wert, der die ursprünglichen Erwartungen vieler Experten übertroffen hat.

Dieser Erfolg führt nun dazu, dass ähnliche Modelle auch für andere Produkte diskutiert werden. Besonders Batterien und Akkus stehen dabei im Mittelpunkt der Überlegungen, da ihre Entsorgung mit erheblichen Risiken verbunden sein kann.

Abfallwirtschaft sieht Vorteile eines Pfandsystems

In der Abfallbranche wird ein solches System überwiegend positiv bewertet. Christian Schreyer, Geschäftsführer des Dachverbandes der steirischen Abfallwirtschaft, hält eine Pfandlösung grundsätzlich für sinnvoll.

Im Gespräch mit dem ORF erklärte die Expertin: „Grundsätzlich halte ich es für sehr wichtig, dass Lithiumbatterien getrennt gesammelt und nicht über den Restabfall oder anderweitige Fremdsysteme entsorgt werden. Der Grund ist, dass diese häufig Brände verursachen, explodieren können, enorme Kosten für Umlagestellen, für die Entsorgungswirtschaft und für die kommunale Abfallwirtschaft bedeuten.“

Sammelquoten bislang schwer zu ermitteln

Wie viele Batterien tatsächlich im Umlauf sind und wieder eingesammelt werden könnten, lässt sich nur schwer exakt bestimmen. Viele Energiespeicher verbleiben über Jahre hinweg in Geräten und tauchen erst spät im Abfall auf.

Nach Einschätzung der Abfallwirtschaft werden derzeit lediglich rund 50 Prozent der Batterien tatsächlich wieder eingesammelt. Die Europäische Union hat jedoch deutlich strengere Ziele formuliert: Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 73 Prozent der in Umlauf gebrachten Batterien in den Sammelkreislauf zurückgeführt werden. Auch dies dürfte einer der Hauptgründe dafür sein, warum Vertreter der Entsorgungsbranche zunehmend auf die Einführung eines Pfandsystems plädieren.