Der neue Vorstandschef Michael Leiters will den Traditionshersteller nun neu ausrichten – und stellt gleichzeitig weitere Einschnitte beim Personal in Aussicht.

Schockzahlen aus Stuttgart

Die aktuellen Geschäftszahlen zeigen, wie stark Porsche ins Straucheln geraten ist. Der Gewinn nach Steuern brach im Geschäftsjahr 2025 um 91,4 Prozent ein und fiel auf 310 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch rund 3,6 Milliarden Euro verdient. Auch der Umsatz ging deutlich zurück. Die Erlöse sanken um 9,5 Prozent auf 36,27 Milliarden Euro.

Parallel dazu verkaufte Porsche deutlich weniger Fahrzeuge.

– 279.449 Auslieferungen im Jahr 2025

– 310.718 Fahrzeuge im Jahr 2024

Das entspricht einem Rückgang von 10,1 Prozent. Noch drastischer fällt der Einbruch beim operativen Ergebnis aus: Dieses sank von 5,64 Milliarden Euro auf 0,41 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite stürzte damit von 14,1 Prozent auf 1,1 Prozent ab.

Neuer Chef vor schwieriger Mission

Wie Merkur berichtete, steht seit Anfang des Jahres Michael Leiters an der Spitze des Sportwagenbauers. Der Manager bringt Erfahrung aus der Luxusauto-Welt mit und arbeitete zuvor unter anderem bei Ferrari und McLaren.

Bei der Präsentation der Bilanz machte er deutlich, wie schwierig die Lage derzeit ist.

„In einer politisch und wirtschaftlich unsicheren Welt bleiben wir hinter unseren eigenen Erwartungen und den Erwartungen des Marktes zurück“, sagte Leiters.

Der Konzern müsse sich deshalb strategisch neu ausrichten.

China und geopolitische Risiken belasten das Geschäft

Besonders der chinesische Markt bereitet dem Unternehmen Sorgen. Das Luxussegment steht dort unter Druck, während gleichzeitig ein intensiver Wettbewerb bei vollelektrischen Modellen herrscht.

Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und Handelskonflikte. Auch die Zollpolitik der USA belastet die Aussichten des Sportwagenherstellers. Für das Geschäftsjahr 2026 fällt die Prognose deshalb verhalten aus. Der Konzern rechnet damit, dass der Preisdruck bei Elektroautos anhält und geopolitische Spannungen weiterhin Auswirkungen auf das Geschäft haben werden.

Der aktuelle Iran-Krieg ist in dieser Prognose noch nicht berücksichtigt.

Strategiewechsel kostet Milliarden

Ein zentraler Faktor für die schwachen Zahlen ist die strategische Neuausrichtung bei den Antrieben. Unter dem früheren Porsche-Chef Olivier Blume hatte der Konzern ursprünglich ehrgeizige Ziele für Elektroautos formuliert. Doch die Entwicklung der Elektromobilität verlief in vielen Märkten langsamer als erwartet.

Blume begründete die Kehrtwende damit, dass sich die E-Mobilität deutlich langsamer entwickelt habe als „wir und viele Experten es noch vor Jahren erwartet hatten“.

Die Folge: Porsche korrigierte seine Strategie und setzt wieder stärker auf Verbrennungsmotoren. Diese Neujustierung belastete den Konzern im Jahr 2025 mit rund vier Milliarden Euro.

Verbrenner sollen länger bleiben

Angesichts der „Marktrealitäten und Kundenbedürfnisse“ plant Porsche nun ein Comeback des Verbrennungsmotors – und zwar bis weit ins nächste Jahrzehnt.

Parallel arbeitet der Sportwagenbauer an einer neuen Modellstrategie. Mit der Strategie 2035 will Porsche wieder wachsen und stärker in besonders profitable Segmente vorstoßen. Dabei prüft das Unternehmen auch zusätzliche Modelle oberhalb der bisherigen Produktpalette. „Dabei untersuchen wir Modelle und Derivate sowohl oberhalb unserer heutigen zweitürigen Sportwagen als auch oberhalb des Cayenne“, erklärte Leiters.

Auch ein vollelektrischer Porsche Cayenne ist Teil der geplanten Zukunftsstrategie.

Weitere Jobs könnten wegfallen

Die wirtschaftlichen Probleme haben jedoch auch Konsequenzen für die Belegschaft.

Bereits zuvor hatte Porsche angekündigt, bis 2029 rund 1900 Stellen in der Region Stuttgart abbauen zu wollen. Nun könnte dieser Sparkurs noch verschärft werden.

Leiters erklärte, dass ein bereits bestehendes Programm zur Kostensenkung weiter verschärft werde. „Das wir jetzt noch einmal umfassend verschärfen“, sagte er und stellte klar: „Ja, und das wird auch weiteren Stellenabbau einschließen.“

Für viele Beschäftigte bedeutet das eine unsichere Zukunft.