Mit rund 279.400 ausgelieferten Sport- und Geländewagen verzeichnete Porsche AG 2025 den niedrigsten Absatz seit dem Coronajahr 2020. Bereits damals hatten außergewöhnliche Umstände die Verkäufe gebremst. Heute jedoch fehlt der externe Schock – stattdessen zeigt sich eine strukturelle Schwäche, die sich über mehrere Märkte hinweg zieht.

Schon im Vorjahr war der Absatz zurückgegangen. Dass sich dieser Trend nun beschleunigt, deutet auf tiefer liegende Ursachen hin.

China verliert seine Zugkraft – Vom Wachstumsmotor zum Bremsklotz

Besonders deutlich wird der Wandel am chinesischen Markt. Dort meldet Porsche bereits den vierten Absatzrückgang in Folge. Noch 2021 waren in der Volksrepublik fast 96.000 Fahrzeuge verkauft worden – heute liegt das Niveau deutlich darunter.

Offiziell verweist der Konzern auf schwierige Marktbedingungen und einen intensiven Wettbewerb, insbesondere im Segment der Elektrofahrzeuge. Tatsächlich hat sich China in kürzester Zeit zu einem Markt entwickelt, in dem Preis, Software und technischer Gegenwert stärker zählen als Markenimage allein. Genau hier geraten die hochpreisigen Elektroangebote aus Europa zunehmend ins Hintertreffen.

Die Kaufzurückhaltung wohlhabender Kunden infolge der Immobilienkrise verstärkt diesen Effekt. Doch sie erklärt nur einen Teil der Entwicklung.

Rückgänge im Heimatmarkt und darüber hinaus

Auch abseits Asiens zeigt sich die angespannte Lage. In Deutschland brach der Absatz um 16 Prozent ein, im übrigen Europa ergab sich ein Minus von 13 Prozent. Selbst in Regionen wie Japan, Australien oder Lateinamerika meldete Porsche rückläufige Zahlen.

Einzig Nordamerika erweist sich bislang als stabil. Dort bewegten sich die Auslieferungen auf Vorjahresniveau. Das ist bemerkenswert – und zugleich aufschlussreich: Der US-Markt ist weniger von chinesischen Wettbewerbern geprägt, zudem profitiert Porsche dort noch stark von seinem langjährig aufgebauten Markenimage.

Der 911 trotzt dem Trend

Während neue Konzepte ins Straucheln geraten, bleibt der 911 ein verlässlicher Anker für den Luxusautobauer. Der Klassiker erzielte erneut hohe Auslieferungszahlen und unterstreicht, dass Porsches Stärke weiterhin im traditionellen Sportwagensegment liegt.