Das vom Raiffeisenverband (ÖRV) beauftragte Wirtschaftsforschungsinstitut Economica errechnete für 2024 einen Wertschöpfungsbeitrag der Unternehmensgruppe – vom Bankensektor hin bis zum Agrarbereich – von insgesamt 14,2 Mrd. Euro aus dem laufenden Betrieb. Inklusive Investitionstätigkeit wären es 14,7 Mrd. Euro. Das sei fast mit der Tourismusbranche vergleichbar.

Raiffeisen stehe somit für drei Viertel der Wertschöpfung, die von allen Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben in Österreich erwirtschaftet werde, erklärte der Vorstand des Economica Instituts Christian Helmenstein. “Eine Unternehmensgruppe, das Raiffeisen-Ökosystem, kommt der Tourismusbranche gleich”, unterstrich der Ökonom. Ein wesentlicher Vorteil sei, dass die Wertschöpfung auch bei Raiffeisen überall in Österreich wirksam sei und nicht nur in Wien anfalle.

Jeder 29. Euro

“Raiffeisen hat ein hohes wirtschaftliches Gewicht”, attestierte Helmenstein. Mit anderen Worten: “Jeder 29. Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, hat einen Bezug zu Raiffeisen”, unterstrich er den volkswirtschaftlichen Beitrag der Raiffeisenbanken, Lagerhaus-Genossenschaften, Raiffeisen Ware Austria und At-equity-Beteiligungen an voestalpine, AMAG, Agrana, Leipnik-Lundenburger und Strabag. Die Gruppe habe es über die mehr als 100 Jahre ihres Bestehens vermocht, sich immer wieder neu zu erfinden.

“Wir werden heuer 140 Jahre Raiffeisen in Österreich feiern”, kündigte Generalanwalt Erwin Hameseder an. “Uns geht es darum, nachhaltig zu wirtschaften.” Raiffeisen werde sich auch in der Zukunft “Gedanken machen, wo es um die Grundversorgung der Bevölkerung geht”, gerade auch was den landwirtschaftlichen Bereich betreffe.

Bargeldversorgung wichtig

Doch auch “Bargeldversorgung ist ein Grundbedürfnis für die österreichische Bevölkerung”, hielt der Raiffeisen-Generalanwalt mit Blick auf die Bankomatendichte fest. Bis ins Jahr 2021 stieg die Gesamtzahl der Ausgabegeräte, “erst in den letzten Jahren gab es einen leichten Rückgang”, räumte Raiffeisen-Generalsekretär Johannes Rehulka ein. “Wir haben insgesamt rund 8.500 Bankomaten in Österreich und somit haben 96 Prozent der Bevölkerung in ihrer Gemeinde einen Zugang.” Rund 2.700 Ausgabegeräte, also rund ein Drittel, entfalle auf Raiffeisen. Hinzu kommen laut Helmenstein noch rund 5.500 Auszahlungsmöglichkeiten bei Lebensmitteleinzelhändlern, mit der Einschränkung, dass die Kundschaft dort an die Geschäftsöffnungszeiten gebunden ist, also nicht rund um die Uhr Zugriff auf Bargeld hat.

“Alle Banken behalten die Infrastruktur für die Barbehebung grundsätzlich bei”, strich Rehulka gleichzeitig hervor. Wo Bankomaten ausreichend genützt würden, “werden wir nie zumachen”, so Hameseder.

Die präsentierten Zahlen seien aus dem Jahr 2024, “aber ich kann Ihnen sagen, dass es 2025 ein weiteres Wachstum insgesamt gegeben hat”, betonte der Raiffeisen-Generalanwalt. Dabei verwies er auch auf die konsolidierte Bilanzsumme der Bankengruppe von 404 Mrd. Euro per Ende 2024.

Exklusive Investitionen

Nicht in besagter Wertschöpfung enthalten sind die Investitionen, die von der Raiffeisen-Gruppe ausgehen. Im Siebenjahreszeitraum 2018 bis 2024 hätten sich diese real (Preisbasis 2024) auf 6,41 Mrd. Euro belaufen – davon “prinzipiell in Österreich wirksam” seien 4,06 Mrd. Euro gewesen. Rechnet man dafür nötige Vorleistungen aus dem Ausland heraus, bleiben laut Economica Institut immer noch 3,17 Mrd. Euro.

Raiffeisen ist auch ein großer Arbeitgeber – mit 65.843 direkten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Hinzu kämen 22.805 indirekt Beschäftigte sowie 13.843 induzierte Jobs – macht in Summe 102.491 Beschäftigte. In Vollzeitäquivalenten wären dies 85.710 Personen, davon 56.262 direkt bei Raiffeisen beschäftigt.

Die Fiskaleffekte, die von Raiffeisen ausgehen, sind laut Helmenstein “enorm”. Er bezifferte das Steuer- und Abgabenaufkommen mit 5,2 Mrd. Euro.