Rauchen wird spürbar teurer: Tabakpreise steigen ungebremst
Rauchen entwickelt sich in Österreich zunehmend zu einer kostspieligen Angelegenheit. Seit Anfang der Woche müssen Konsumenten für Zigaretten und andere Tabakwaren deutlich tiefer in die Tasche greifen. Je nach Marke verteuerte sich ein Packerl um zehn bis 40 Cent. Doch das ist erst der Anfang: Bereits Anfang Februar folgt die nächste Preisrunde.
Die jüngste Anpassung ist das Ergebnis einer höheren Tabaksteuer, die offiziell ab 1. Februar 2026 greift, von den Herstellern jedoch bereits vorgezogen wurde. Für viele Raucher zeigt sich die Erhöhung unmittelbar. Eine Packung bekannter Marken liegt inzwischen häufig bei sieben Euro, andere Sorten bewegen sich knapp darunter oder darüber. Der durchschnittliche Preis für 20 Zigaretten steigt damit spürbar an.
Hinter der Maßnahme steht nicht zuletzt ein fiskalisches Kalkül. In Zeiten angespannter Staatsfinanzen erhofft sich die Bundesregierung zusätzliche Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe. Tabakwaren gelten dabei als verlässliche Einnahmequelle – auch, weil ein Großteil der Konsumenten trotz höherer Preise seinem Konsum treu bleibt.
Abschreckung durch hohe Preise?
Auch aus medizinischer Sicht können hohe Preise durchaus eine Wirkung entfalten. Der Leiter der Lungenheilkunde am Kepler Uniklinikum Linz, Bernd Lamprecht, verweist im Gespräch mit dem ORF auf internationale Beispiele: „Wir sehen zumindest in Ländern wie Norwegen, Großbritannien oder auch Australien, wo Zigarettenpackungspreise um 15 Euro liegen – also gut doppelt so hoch wie bei uns – dass dann die Raucherquote auch nur halb so hoch ist wie dies in Österreich der Fall ist“.
Alternative Produkte im Fokus
Auffällig ist, dass nicht alle Nikotinprodukte von den Preisanhebungen betroffen sind. Produkte wie Snus oder Nikotinbeutel, die unter die Lippe geschoben werden, bleiben vorerst preislich unverändert. Gerade diese Alternativen erfreuen sich insbesondere bei Jugendlichen wachsender Beliebtheit – ein Umstand, der Gesundheitsexperten Sorgen bereitet.
Die Geschäftsführerin der Krebshilfe Oberösterreich, Maria Sauer, warnt eindringlich vor den Risiken: „Snus schädigt auf alle Fälle den Mund- und Rachenbereich. Ich weiß von den Zahnärzten, dass sich vor allem das Zahnfleisch nach relativ kurzer Zeit extrem entzünden kann. Snus ist sehr aggressiv.“ Dauerhafte Schädigungen in diesem Bereich erhöhten das Krebsrisiko deutlich, so Sauer.
Österreich im europäischen Preisvergleich
Wie der Kurier berichtet, zählt Österreich, trotz der jüngsten Erhöhungen im EU-Vergleich weiterhin nicht zu den Ländern mit den höchsten Preisen. Spitzenreiter ist Irland mit Preisen von knapp 19 Euro. Auch Frankreich verlangt mit über 14 Euro pro Packung ein Vielfaches des österreichischen Niveaus. In den Niederlanden und Finnland bewegen sich die Preise um zwölf Euro, Belgien liegt bei rund elf Euro, Dänemark bei etwa zehn Euro.
Deutschland rangiert mit rund acht Euro pro Packung ebenfalls über dem österreichischen Preisniveau. Südlich der Alpen wird es hingegen günstiger: In Italien kosten Zigaretten etwa 6,40 Euro, in Spanien rund sechs Euro. Die niedrigsten Preise innerhalb der EU finden sich derzeit in Polen und Bulgarien.
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