Die Entscheidung markiert das vorläufige Ende einer jahrzehntelangen Doppelstrategie. Während Rheinmetall im Verteidigungsbereich von steigenden Etats und geopolitischen Spannungen profitierte, geriet das Geschäft mit Automobilkomponenten zunehmend unter Druck. Sinkende Margen, eine schwache Nachfrage sowie strukturelle Umbrüche in der Autoindustrie belasteten die Sparte spürbar.

Bereits seit April vergangenen Jahres liefen Gespräche mit potenziellen Interessenten. Nun wird es konkret: Die Sparte „Power Systems“ sowie weitere zugehörige Gesellschaften werden bilanziell als nicht fortgeführte Geschäftsbereiche ausgewiesen und sollen ausgegliedert werden.

Drei Jahre Sicherheit für die Belegschaft

Um den Verkauf sozialverträglich zu gestalten, hat Rheinmetall gemeinsam mit Betriebsräten und der IG Metall ein umfassendes Absicherungspaket geschnürt. Für die deutschen Standorte gilt eine Beschäftigungs- und Standortgarantie von drei Jahren. Diese Verpflichtungen sind auch für den künftigen Käufer bindend.

Damit soll verhindert werden, dass der Eigentümerwechsel unmittelbar zu Stellenabbau oder Standortschließungen führt. Für die Belegschaft bedeutet das zumindest mittelfristig Stabilität – auch wenn die langfristige Perspektive vom strategischen Kurs des neuen Eigentümers abhängen wird.

Konzentration auf das Kerngeschäft

Die strategische Stoßrichtung ist klar: Rheinmetall will sich vollständig auf Verteidigungstechnologie und militärische Systeme konzentrieren. Angesichts steigender Investitionen in Sicherheitspolitik innerhalb Europas eröffnet dieser Bereich deutlich attraktivere Wachstumschancen als das klassische Zuliefergeschäft für Pkw und Energieanlagen.

Mit der Abspaltung der Autosparte verschiebt sich das Profil des Konzerns weiter in Richtung eines reinen Rüstungsunternehmens. Die Prognosen mussten bereits angepasst werden, da die ausgegliederte Sparte künftig nicht mehr in den fortgeführten Geschäftsbereichen erscheint.