In Österreich bleibt der Valentinstag trotz Zurückhaltung ein relevanter Termin für den Handel. Nach einer aktuellen Erhebung der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich planen rund 63 % der Österreicher, auch 2026 ein Präsent zu kaufen. Gleichzeitig zeigt die Umfrage jedoch klare Grenzen: Etwa jede vierte Person gibt an, niemanden zu haben, den sie beschenken könnte. Weitere 11 % erklären offen, dass ihnen dafür derzeit schlicht das Geld fehlt.

Wenn Romantik auf Budgetgrenzen trifft

Historisch betrachtet ist der Valentinstag eine vergleichsweise junge Tradition, das sich erst im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem festen Datum im Kalender entwickelte. Was einst als symbolischer Liebesbeweis begann, ist heute eng mit Konsum verbunden. Genau diese Verbindung wird zunehmend hinterfragt – nicht aus Ablehnung gegenüber dem Anlass, sondern aus finanzieller Notwendigkeit.

Ähnliche Entwicklung in Deutschland

Ein vergleichbares Bild zeigt sich in Deutschland. Laut einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland wollen in diesem Jahr deutlich weniger Menschen Geld für Valentinstagsgeschenke ausgeben als noch 2025. Nur rund 20 % der Verbraucher planen entsprechende Einkäufe – ein Rückgang um acht Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Beliebte Klassiker wie Pralinen, Blumen oder Kosmetik bleiben zwar präsent, doch die Bereitschaft, dafür Geld auszugeben, nimmt spürbar ab.

Karneval verdrängt den Tag der Liebe

Ein besonderer Faktor kommt 2026 hinzu: Der Valentinstag fällt in Deutschland auf denselben Tag wie der Karnevals-, bzw. Faschingssamstag. Laut Umfrage entscheidet sich etwa jede zwölfte befragte Person bewusst gegen Valentinsausgaben und lenkt das Budget stattdessen in Karneval und Fasching.

Trotzdem rechnet der Handelsverband mit zusätzlichen Umsätzen von rund 1,18 Milliarden Euro im Einzelhandel. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei etwa 1,3 Milliarden Euro. Umsätze aus Gastronomie oder Restaurantbesuchen sind in dieser Zahl nicht enthalten.