Schock an der Zapfsäule: So teuer ist jetzt der Sprit
Der Iran-Krieg lässt die Energiepreise explodieren – und an Österreichs Zapfsäulen wird das bereits spürbar. Innerhalb weniger Tage sind die Spritpreise deutlich gestiegen. Besonders Diesel-Fahrer trifft es hart.
Am 23. Februar lag der Dieselpreis noch bei 1,552 Euro pro Liter. Eine Woche später, am 2. März, waren es bereits 1,649 Euro. Ein Plus von fast zehn Cent. Auch Superbenzin zog kräftig an: von 1,506 Euro (23.02.) auf 1,569 Euro (02.03.).
Die Zahlen stammen aus Tagespreisen, die der ÖAMTC zur Verfügung stellte.
Diesel reagiert besonders sensibel
Ein Blick auf die Entwicklung zeigt: Der Dieselpreis reagiert derzeit stärker auf die geopolitische Lage. Noch am 1. März lag er bei 1,552 Euro – einen Tag später sprang er auf 1,649 Euro.
Auch Superbenzin machte einen deutlichen Satz: Am 1. März kostete der Liter 1,491 Euro, am 2. März bereits 1,569 Euro.
Marktbeobachter warnen: Das könnte erst der Anfang sein.
ÖAMTC: „Nur bedingt nachvollziehbar“
Scharfe Kritik kommt vom ÖAMTC. Die „schnelle und deutliche Reaktion an den Tankstellen in dieser Höhe“ sei „trotz Eskalation im Nahen Osten und gestiegenen Rohölpreises aus Sicht des ÖAMTC nur bedingt nachvollziehbar“.
Der Mobilitätsclub verweist darauf, dass Konsumenten „bereits seit Monaten auf die gerechte Weitergabe von Preissenkungen am Rohölmarkt der vergangenen Monate“ warten. Diese seien „nur verzögert und im geringen Ausmaß an den Tankstellen sichtbar“ geworden.
Besonders brisant: Laut ÖAMTC war der Erdölpreis im Jänner 2025 „etwa gleich hoch wie jetzt“, dennoch sei „an den Tankstellen speziell Diesel jedoch deutlich günstiger“ gewesen.
Das Fazit fällt deutlich aus: „Aus meiner Sicht fehlt also selbst in Hinblick auf die aktueller Eskalation im Nahen Osten wiederum die Verhältnismäßigkeit von Sprit- zu Rohölpreisen.“
Und weiter: „Konsumenten zahlen mit den ohnehin zu hohen Preis der vergangen Monate und jetzigen überbordenden Preissteigerung aktuell gefühlt doppelt drauf.“
Wie entstehen die Preise?
Das Wirtschaftsministerium betont „der größte Teil des Spritpreises entsteht am internationalen Markt“.
Benzin und Diesel würden „auf Basis internationaler Notierungen gehandelt – etwa über Marktberichte wie Argus oder Platts“. Wenn dort die Preise steigen, „weil Unsicherheit eingepreist wird, wirkt sich das zeitverzögert bis zur Tankstelle aus“.
„Darauf habe Österreich keinen direkten Einfluss“, heißt es weiter.
Zusätzlich setzen sich die Preise laut Ministerium zusammen aus:
-Beschaffungsverträgen der Händler
-Transport- und Betriebskosten
-und Steuern
Wettbewerbshüter prüfen Entwicklung
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hat reagiert. Er ersuchte die Bundeswettbewerbsbehörde, die aktuelle Entwicklung genau zu prüfen.
„Insbesondere habe ich das IHS beauftragt, die aktuell laufende Sonderuntersuchung der Treibstoffpreise, mit besonderem Augenmerk auf die aktuellen Entwicklungen zu erweitern.“
Zudem wurde eine Taskforce „Versorgungssicherheit“ eingerichtet – mit Unterstützung von Harald Oberndorfer (WIFO), dem ASCII, der E-Control und der WKO. Diese befasst sich mit dem „täglichen Monitoring, der Spritpreisentwicklung im Inland, Versorgungsszenarien und Instrumentenprüfung“.
Ziel sei es, „die Bundesregierung bestmöglich zu beraten und frühzeitig zu erkennen, ob weitere Schritte notwendig sind“.
Spartipps: Wann tanken?
Trotz der Preissprünge gibt es zumindest taktische Möglichkeiten zu sparen.
„Dadurch, dass Tankstellen nur einmal um 12:00 die Preise erhöhen, aber jederzeit Senkungen dürfen, sollte man, wenn möglich nicht knapp nach 12:00 tanken“, erklärt Dominik Graf vom ÖAMTC.
Denn: „Üblicherweise werden die Preise um 12:00 nämlich tendenziell zu hoch als zu niedrig angesetzt. Unmittelbar nach 12:00 tankt man aktuell also üblicherweise zum Tageshoch.“
Wer warten kann, sollte laut ÖAMTC erst am nächsten Vormittag tanken. Von gestern Nachmittag auf heute Vormittag lag die Differenz laut Beobachtungen bei „durchschnittlich 2 bis 3 Cent“.
Ein längerer Ausblick sei allerdings „aufgrund der sehr dynamischen Situation eher nicht möglich“. Bei weiterer Eskalation sei „die Wahrscheinlichkeit natürlich eher groß dass die Preise weiter anziehen“.
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