Zwar reagieren erste Händler– einige heimische Supermarktketten haben die Preise für ihre Eigenmarken bereits gesenkt. Wer jedoch zu Markenprodukten greift – besonders jetzt rund um Ostern – muss tiefer in die Tasche greifen. Ausgerechnet Schoko-Osterhasen sind teils deutlich teurer geworden.

Die Hersteller dämpfen die Erwartungen: Sie verweisen auf langfristige Lieferverträge für Kakao, Zucker und Nüsse. Das heißt konkret: Auch wenn die Rohstoffpreise fallen, dauert es, bis sich das bei den Konsumenten bemerkbar macht.

Bei einem Preisvergleich wurden Schokohasen der bekannten Marken Lindt, Milka, Kinder und Ferrero untersucht. Sonderangebote und Eigenmarken blieben unberücksichtigt. Wie eine Auswertung der Vergleichs-App Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur zeigt, sind die Preise je nach Größe und Marke 7 bis 29 Prozent höher als vor einem Jahr. Mit einem ähnlichen Preisanstieg rechnen Marktbeobachter auch für Österreich.

Oster-Schokolade deutlich teurer als Standard-Schokolade

Verbraucherschützer kritisieren immer wieder die großen Preisunterschiede zwischen Standardschokolade und speziell für Ostern angebotenen Schokoprodukten, auch innerhalb derselben Marke. So kostete die Osterhasen-Schokolade einer Firma im Vorjahr 160 Prozent mehr als die herkömmliche Tafelschokolade derselben Firma, wie ein Vergleich des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) ergab. Branchenvertreter erklären die Preisunterschiede damit, dass Osterfiguren einen viel aufwändigeren Herstellungsprozess als rechteckige Schokoladentafeln haben und auch in geringeren Mengen produziert werden.

Der Preis für Rohkakao hat sich zwischen 2022 und 2024 aufgrund mehrerer Missernten und nervöser internationaler Rohstoffmärkte fast versechsfacht und ein Rekordniveau von 12.500 Dollar (10.850 Euro) je Tonne erreicht. Die Schokoladenhersteller mussten die Preise entsprechend erhöhen, weshalb Konsumenten seltener zu Schokolade griffen. In diesem Jahr sind die Börsenpreise von 12.000 auf zuletzt rund 3.100 Dollar abgestürzt. Experten führen den Preisverfall auch auf die schwache Nachfrage zurück und rechnen sogar mit einem Überangebot. Im langjährigen Vergleich pendelte der Kakaopreis meist zwischen 2.000 und 3.000 Dollar.

Süßwarenhersteller mit langfristigen Kakao-Lieferverträgen

Da Süßwarenhersteller Rohwaren langfristig einkaufen, wirken sich Preissenkungen bei Kakao oder Zucker nicht unmittelbar aus. „Seit Spätherbst 2025 ist der Kakaopreis zwar wieder im Sinken, wir sind jedoch mit den Kontrakten aus Mitte 2025, und damit mit dem deutlich höheren Preis, noch bis Ende 2026 eingedeckt. Die gesunkenen Kakaopreise können wir somit frühestens Anfang 2027 weitergeben, wenn nicht in der Zwischenzeit nahezu sämtliche Nebenkosten weiter steigen“, sagte Heindl-Chef Andreas Heindl. So hätten sich Pistazien um 50 Prozent, Haselnüsse um bis zu 70 Prozent und Mandeln um 25 Prozent verteuert. Darüber hinaus sei der Hersteller mit höheren Preisen bei Kunststoffverpackungen und Energie konfrontiert. Das Ostergeschäft hat bei Heindl einen großen Stellenwert und macht rund 20 Prozent des Jahresumsatzes aus.

Manner-CEO Dieter Messner geht davon aus, dass die Kakaopreise mittel- bis langfristig wieder steigen werden, nicht zuletzt aufgrund klimatischer Veränderungen in den Anbauregionen. „Als Hersteller profitieren wir nicht automatisch von kurzfristigen Preisrückgängen. Wir arbeiten mit einem Mix aus langfristigen Deckungen und kurzfristigen Kontrakten. Daraus ergibt sich eine Mischkalkulation, die sich deutlich vom aktuellen Börsenpreis unterscheiden kann“, sagte Messner. Entlastungen würden, wenn überhaupt, nur verzögert ankommen.

Preise für Schokolade-Eigenmarken der Supermarktketten sinken

Bei Industriemarken haben die Supermärkte eigenen Angaben zufolge keinen direkten Einfluss auf die Preisentwicklung von Schokolade. Bei Eigenmarken hingegen haben die Lebensmittelhändler ihre Preise gesenkt. Spar hat die Preise für die Eigenmarken-Schokolade „S-Budget” gesenkt, „um hier ein Zeichen zu setzen”. Billa konnte bei Clever-Tafelschokoladen „teilweise Preisreduktionen von rund 10 Prozent umsetzen”. Auch der Diskonter Hofer hat die Preise für Eigenmarken-Schokolade reduziert. Lidl hat im Januar die Preise für ausgewählte Schokoladenartikel gesenkt.