Der österreichische Arbeitsmarkt hat 2025 ein schwieriges Jahr hinter sich. Im Jahresdurchschnitt waren 394.036 Personen arbeitslos gemeldet oder in Schulungsmaßnahmen des AMS – ein Anstieg von 5,5 Prozent gegenüber 2024. Zum Jahresende verschärfte sich die Lage weiter: Im Dezember waren 434.572 Menschen ohne Job oder in Qualifizierungsprogrammen, um zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Besonders stark betroffen waren klassische Wirtschaftsbereiche wie Industrie und Handel. Regional stach Oberösterreich hervor, wo die Arbeitslosigkeit um 9,6 Prozent zulegte – der höchste Wert im Bundesländervergleich. Nach Personengruppen betrachtet zeigt sich ein differenziertes Bild: Bei ausländischen Staatsbürgern stieg die Arbeitslosigkeit um sechs Prozent, bei Inländern um 5,2 Prozent.

Deutlicher Anstieg bei Frauen

Zudem zeigt sich ein Anstieg bei Frauen: Ihre Arbeitslosigkeit legte um 7,5 Prozent zu, während Männer mit plus 3,9 Prozent deutlich weniger betroffen waren. Besonders stark fiel der Zuwachs zudem bei Akademikern aus, deren Arbeitslosigkeit um fast 15 Prozent anstieg – stärker als bei allen anderen Bildungsgruppen.

Am Stellenmarkt zeigt sich gleichzeitig eine Abkühlung. Ende Dezember waren beim AMS 67.647 sofort verfügbare Stellen gemeldet, deutlich weniger als im Vorjahr. Der Wirtschaftsbund-Stellenmonitor weist zwar insgesamt mehr offene Stellen aus, doch auch hier ist ein Rückgang spürbar.

APA/HANS KLAUS TECHT

Laut AMS hat sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit zuletzt etwas verlangsamt, während die Beschäftigung leicht zulegte. Für 2026 rechnet das Wifo mit einer vorsichtigen Entspannung und einem moderaten Rückgang der Arbeitslosigkeit – allerdings erst im zweiten Halbjahr.