So viel hätte Sie die kalte Progression gekostet – und jetzt ist sie wieder im Spiel
Vor Kurzem wurde sie wieder ins Spiel gebracht: die kalte Progression als Mittel zur Sanierung des Budgetdefizits. Was das in Wahrheit heißt: weniger Geld am Konto für Millionen Arbeitnehmer. Berechnungen der Agenda Austria zeigen, wie viel Sie seit der Abschaffung 2022 gewonnen haben.
Fix ist bereits jetzt, dass ab 2026 ein Drittel der kalten Progression wieder einbehalten wird. Damit werden Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, erneut besteuert. Die Tür für eine vollständige Rückkehr dieser stillen Steuererhöhung steht damit sperrangelweit offen.
Wie teuer das für Arbeitnehmer ist, zeigt eine aktuelle Berechnung der Agenda Austria. Sie beantwortet eine einfache Frage: Wie viel Nettoeinkommen hätten Beschäftigte 2026 verloren, wenn die kalte Progression im Jahr 2022 nicht abgeschafft worden wäre?
Die Einbußen wären deutlich spürbar gewesen: Wer monatlich 2.000 Euro brutto verdient, hätte heuer rund 830 Euro netto weniger im Jahr zur Verfügung. Mit steigendem Einkommen wächst der Verlust: Bei einem Bruttomonatslohn von 4.000 Euro wären es rund 1.550 Euro jährlich gewesen.
Agenda-Austria-Ökonom Dénes Kucsera übt scharfe Kritik: Obwohl die Lohnsteuer neue Rekordeinnahmen erzielt, werde erneut über eine Rückkehr der kalten Progression diskutiert. Während Politiker betonen, Leistung müsse sich lohnen, greife der Staat den Bürgern immer tiefer in die Tasche. Sein Fazit: Nicht höhere Steuern seien nötig, sondern ein schlankerer Staat.
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