Der aktuelle Sportjahresbericht, der am Mittwochabend präsentiert wurde, zeichnet zunächst ein positives Bild. Weltmeistertitel im Billard, ein Gesamtweltcupsieg im Skispringen und der ÖFB-Pokalgewinn des WAC stehen stellvertretend für ein Jahr voller sportlicher Höhepunkte. Insgesamt engagieren sich in Kärnten rund 180.000 Mitglieder in den Vereinen, unterstützt von etwa 35.000 Funktionären, die überwiegend ehrenamtlich arbeiten. Die Vielfalt reicht von American Football bis Wasserski – ein Querschnitt durch nahezu alle Disziplinen.

Alltag fernab der Medaillen

Abseits der großen Erfolge zeigt sich jedoch ein anderes Bild. In vielen Vereinen ist Improvisation längst Teil des Trainingsalltags. Beim SV Magdalensberg etwa trainieren Kinder im Winter lediglich eine Stunde pro Woche – mehr lässt die Hallenmiete nicht zu. Ausweichlösungen in Nachbargemeinden sind zur Regel geworden. Eigene Flächen könnten langfristig Abhilfe schaffen, doch für die nötige Adaptierung fehlt das Kapital.

Auch andere ambitionierte Vereine stoßen rasch an finanzielle und infrastrukturelle Grenzen. Die Wörthersee Piraten aus Klagenfurt wurden Meister der zweiten Basketballliga, verzichteten jedoch auf den Sprung in die höchste Spielklasse. Das erforderliche Mindestbudget liegt bei rund einer halben Million Euro – eine Summe, die aktuell außer Reichweite ist. Hinzu kommen bauliche Anforderungen: Die genutzte Halle bietet weder ausreichend Platz hinter den Grundlinien noch auf den Tribünen.

Infrastruktur als neuralgischer Punkt

Die größte Baustelle bleibt die Infrastruktur. Viele Anlagen sind sanierungsbedürftig, neue Projekte werden aufgeschoben. Zwar steht dem Land formal ein Sportbudget von 11,5 Millionen Euro zur Verfügung, doch aufgrund von Kreditsperren kann dieses nicht voll ausgeschöpft werden. Die Prioritäten liegen daher auf Erhaltung statt Ausbau. Eigenleistungen der Vereine und ehrenamtliches Engagement sollen Lücken schließen – ein Modell, das zunehmend an seine Grenzen stößt.

Sparpolitik mit spürbaren Nebenwirkungen

Der Druck beschränkt sich nicht auf den Sport. Auch die öffentliche Verwaltung steht unter einem strikten Sparkurs. Für die rund 12.000 Landes- und Kabeg-Bediensteten ist ab Jänner 2026 lediglich eine Gehaltserhöhung von 3 % vorgesehen, für 2027 wird sogar eine Nulllohnrunde diskutiert. Das Land argumentiert mit verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einer Gesamtverantwortung gegenüber Bevölkerung und Budget.