Es ist ein harter Einschnitt für den deutschen Spielwarenhandel: ROFU Kinderland, einer der größten Anbieter im Südwesten Deutschlands, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Steigende Kosten, harter Wettbewerb und eine spürbare Kaufzurückhaltung haben dem Traditionsunternehmen zugesetzt. Die Geschäftsführung gibt sich dennoch kämpferisch: Alle Filialen sollen weiterlaufen und ein Investor soll die Zukunft des Unternehmens sichern.

Schwaches Weihnachtsgeschäft als Auslöser

Die ROFU Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft mbH mit Sitz im rheinland-pfälzischen Hoppstädten-Weiersbach hat am Mittwochmorgen den Insolvenzantrag bestätigt. Das Amtsgericht Idar-Oberstein hatte bereits am 19. Jänner das vorläufige Verfahren angeordnet.

Das Unternehmen betreibt 104 Filialen in sieben Bundesländern und zählt damit zu den größten Spielwaren- und Babyfachmärkten im Südwesten Deutschlands. Insgesamt sind dort rund 1.970 Mitarbeiter beschäftigt.

Als Gründe für die finanzielle Schieflage nennt das Unternehmen gestiegene Kosten, intensiven Wettbewerb und anhaltende Konsumzurückhaltung. Besonders schwer ins Gewicht gefallen sein soll jedoch das schwache Weihnachtsgeschäft, das letztlich den Ausschlag für den Insolvenzantrag gab.

Sanierung statt Aus: Hoffnung auf Investor

Trotz der angespannten Lage sieht man bei ROFU noch Chancen. Die vorläufige Sachwalterin Annemarie Dhonau betont: „Das Eigenverwaltungsverfahren eröffnet dem Unternehmen eine Perspektive für die Zukunft.“

In den kommenden Monaten wird sie das Verfahren im Interesse der Gläubiger begleiten. Parallel dazu soll ein neuer Investor gefunden werden, um den Spielwarenhändler langfristig zu erhalten.
Auch operativ soll vorerst alles beim Alten bleiben. Die beiden Geschäftsführer Michael Fuchs und Michael Edl bleiben im Amt und werden bei der Sanierung von Spezialisten unterstützt. Laut Fuchs bleiben alle 104 Fachmärkte zu den gewohnten Zeiten geöffnet und der Onlineshop läuft ebenfalls wie gewohnt weiter.

Für die Belegschaft gibt es zumindest kurzfristig Entwarnung: Die Gehälter der rund 1 970 Mitarbeiter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert.