Sprit-Schock vor Bremse: Preise steigen stärker als Entlastung
Die Regierung verspricht 10 Cent Entlastung pro Liter. Doch bevor die Spritpreisbremse überhaupt wirksam wird, sind Benzin und Diesel seit der Ankündigung bereits stärker gestiegen, als die Maßnahme den Autofahrern bringen soll.
Die Spritpreisbremse soll bis zu 10 Cent pro Liter bringen. Doch seit ihrer Ankündigung sind Benzin und Diesel bereits stärker gestiegen als die versprochene Entlastung.IMAGO/McPHOTO
Noch bevor die Spritpreisbremse wirksam wird, sind die Preise an Österreichs Tankstellen kräftig gestiegen. Seit der Ankündigung am 18. März haben sich Benzin und Diesel stärker verteuert, als die Bremse ab 2. April die Autofahrer entlasten soll.
Diesel +28 Cent – Benzin +15 Cent
Ab Donnerstag um 12 Uhr soll die Bremse endlich wirken. Die Verordnungen treten zwar schon am Mittwoch in Kraft, an den Zapfsäulen kommt die Senkung aber erst einen Tag später an.
Am 18. März kostete Diesel österreichweit noch rund 1,96 Euro pro Liter. Zuletzt lag der Preis schon bei 2,25 Euro – also um rund 29 Cent höher. Auch Benzin zog kräftig an: von 1,76 Euro auf 1,91 Euro pro Liter. Das ist ein Plus von rund 15 Cent.
Heißt unterm Strich: Seit der Ankündigung sind Benzin und Diesel stärker teurer geworden, als die Bremse abfedern soll.
Regierung verspricht 10 Cent Entlastung
Die Bundesregierung will die Spritpreise um insgesamt rund 10 Cent pro Liter senken:
5 Cent durch eine Senkung der Mineralölsteuer
5 Cent durch Eingriffe in die Margen entlang der Lieferkette
Doch selbst wenn diese 10 Cent voll ankommen, bleibt ein deutliches Minus für die Autofahrer:
Diesel: +29 Cent vs. –10 Cent
Benzin: +15 Cent vs. –10 Cent
Entlastung kommt – aber reicht sie?
Hinzu kommt: Die Senkung greift nicht überall gleichzeitig. Große Tankstellen müssen die Preise sofort senken, kleinere Betreiber dürfen zunächst noch teureren Lagerbestand verkaufen.
Das bedeutet: Viele Autofahrer könnten die Entlastung erst verzögert oder gar nicht vollständig spüren.
Regierung dämpft Erwartungen
Auch die Regierung selbst bremst die Erwartungen. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) stellte klar, dass man steigende Weltmarktpreise nicht verhindern könne – nur deren Auswirkungen etwas abschwächen.
Für viele Pendler und Familien zeigt sich schon jetzt: Die versprochene Entlastung wird den jüngsten Preisschub nur teilweise abfedern.
Kommentare