Spritpreise auf Zwei-Jahres-Hoch: Iran-Krieg treibt Kosten
Tanken wird spürbar teurer: Die Preise für Super und Diesel haben den höchsten Stand seit fast zwei Jahren erreicht. Auch der Preis für Heizöl steigt massiv an – ein Ende dieses Trends ist vorerst nicht in Sicht.
Der Konflikt mit dem Iran macht sich nun auch an den deutschen Zapfsäulen bemerkbar. Nachdem die Preise bereits am Wochenende angestiegen waren, ging es am Montag weiter nach oben. Laut ADAC verteuerte sich Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Sonntag um 1,6 Cent im Vergleich zu Freitag, Diesel um 1,3 Cent. Und das könnte erst der Anfang sein, wie das Handelsblatt berichtet.
„Drei bis vier Cent“ Plus möglich
„Ich befürchte, dass es heute an den Zapfsäulen noch weiter nach oben geht“, sagt Christian Laberer, Kraftstoffmarktexperte des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC). „Die Zahlen vom Vormittag deuten auf eine Steigerung von drei bis vier Cent hin.“
Ein genauer Vergleich ist wegen der starken täglichen Preisschwankungen jedoch schwierig. Betrachtet man jedoch die Preise jeweils um 10:30 Uhr an einem Freitag, einem Sonntag und einem Montag, so ergibt sich bei E10 ein Plus von 5 Cent und bei Diesel sogar von 5,2 Cent, wobei der deutlichste Anstieg am Montag zu verzeichnen war.
Die Tagesdurchschnitte am Sonntag lagen bei 1,794 Euro pro Liter E10 und 1,759 Euro pro Liter Diesel. Das sind die höchsten Werte seit fast zwei Jahren. E10 war zuletzt Ende Mai 2024 teurer, Diesel Anfang April 2024. Sollte sich der erwartete Anstieg am Montag bestätigen, könnte Diesel sogar den höchsten Preis seit 2023 erreichen.
Heizöl schießt über 120 Euro
Noch deutlicher fällt die Preisentwicklung bei Heizöl aus. So meldete das Portal Heizoel24 am Montagvormittag zeitweise Preise von über 120 Euro pro 100 Liter. Am Freitag hatten diese noch deutlich unter 100 Euro gelegen.
Die Preisentwicklung war am Montag sehr dynamisch. Bereits am Samstag und Sonntag verzeichnete die Plattform eine sehr hohe Nachfrage.
Warum stieg der Spritpreis im Verhältnis weniger stark? Laut Laberer könnte das auch daran liegen, dass Diesel in den vergangenen Wochen im Vergleich zum Ölpreis zu teuer war. „Dadurch fiel die aktuelle Erhöhung vielleicht etwas geringer aus.“
Hoffnung nur bei fallendem Ölpreis
Ob es weiter nach oben geht, hängt maßgeblich vom Ölpreis ab. „Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten“, warnt Laberer.
Mittelfristig gibt es Hoffnung auf Entspannung – vorausgesetzt, die Lage am Golf beruhigt sich. Die OPEC+ hat angekündigt, die Fördermengen zu erhöhen. Eine schnelle Entlastung erwartet der Experte jedoch nicht: „Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger.“
Der Ölpreis gilt gemeinsam mit dem Dollarkurs als wichtigster Treiber für die Preise von Kraftstoffen und Heizöl. Die Eskalation des Konflikts wirkt sich auch deshalb aus, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich diese Meerenge. Jede Störung kann die Energiepreise in die Höhe treiben und die internationalen Märkte verunsichern.
Wer sparen will, sollte laut ADAC vor allem abends tanken, da Kraftstoff dann in der Regel günstiger ist als am Morgen. Zudem lohnt sich der Preisvergleich gerade in volatilen Zeiten besonders, denn die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen können dann besonders hoch ausfallen.
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