Wie das Statistisches Bundesamt mitteilte, belief sich das gesamtstaatliche Defizit im vergangenen Jahr auf 119,1 Milliarden Euro. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung entspricht das 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine frühere Schätzung hatte das Minus noch bei rund 107 Milliarden Euro gesehen und die Defizitquote mit 2,4 Prozent beziffert.

Die nachträgliche Korrektur verdeutlicht, dass die Einnahmenseite mit der Dynamik der Ausgaben nicht Schritt halten konnte. Zwar legten Steueraufkommen und Sozialbeiträge zu, doch die staatlichen Ausgaben stiegen noch schneller.

Bund und Kommunen treiben das Minus

Den größten Anteil am Defizit trug der Bund. Mit 79,6 Milliarden Euro entfielen rund zwei Drittel des gesamten Fehlbetrags auf die Bundesebene. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich das Minus hier um 18,6 Milliarden Euro.

Auch bei den Kommunen verschlechterte sich die Finanzlage spürbar: Die
Neuverschuldung stieg von 7,1 Milliarden Euro auf 28,1 Milliarden Euro. Die Länder hingegen konnten ihr Defizit auf knapp zehn Milliarden Euro mehr als halbieren.

Zinslast und Sozialausgaben steigen

Ein wesentlicher Belastungsfaktor waren höhere Zinszahlungen. Angesichts gestiegener Marktzinsen musste der Staat 2025 rund acht Prozent mehr für den Schuldendienst aufwenden als im Jahr zuvor.

Zugleich nahmen die Sozialausgaben weiter zu. Renten- und Pensionsleistungen sowie Ausgaben im Gesundheitswesen entwickelten sich dynamisch. Nicht zuletzt bedingt durch die massiven finanziellen Engpässe der Renten-, Kranken-, und Pflegekassen.

Wirtschaft mit leichtem Rückenwind

Trotz der angespannten Haushaltslage zeigte die Konjunktur gegen Jahresende Anzeichen einer Belebung. Im vierten Quartal 2025 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Ökonomen erwarten, dass zusätzliche staatliche Investitionen – ermöglicht durch die Lockerung der Schuldenbremse – in den kommenden Monaten Impulse setzen könnten. Besonders in der Industrie mehren sich vorsichtige Signale einer Stabilisierung. Auch die Exporterwartungen haben sich zuletzt minimal verbessert.