Supermarkt-Duell entschieden? Spar vergrößert Abstand zu Billa & Co.
Spar setzt sich weiter von der Konkurrenz ab: Dank boomender Eigenmarken steigt der Umsatz der Supermarktkette kräftig. Doch Probleme bei der Sportkette Hervis und Sondersteuern in Ungarn bremsen den Gewinn.
Der Verkaufsumsatz der Supermarktkette in Österreich stieg um 4,2 Prozent auf 10,8 Mrd. Euro. Die Eigenmarkenumsätze legten deutlich zu, u.a. “S-Budget” (+8 Prozent).
Spar mit 36,8 Prozent Marktanteil
Spar überholte im Jahr 2020 erstmals Rewe (u.a. Billa, Penny) als Marktführer in Österreich und baute seitdem seine Marktführerschaft deutlich aus. Im Vorjahr lag der Marktanteil von Spar bei 36,8 Prozent und der von Rewe bei 32,3 Prozent, wie das Online-Fachmagazin “Key Account” im Februar unter Verweis auf NielsenIQ-Daten berichtete. Auf die Diskonter Hofer und Lidl entfiel 2025 ein Anteil von 25,5 Prozent. Durch die Übernahme von 25 Unimarkt-Filialen rechnet Spar mit einem Marktanteilszuwachs von 0,2 Prozentpunkten. 20 ehemalige Unimarkt-Standorte werden seit dem grünen Licht der Wettbewerbshüter Ende Jänner von Spar-Kaufleuten betrieben, 5 Filialen werden von der Spar AG geführt.
Gestiegene Lebensmittelpreise
Spar-Chef Hans K. Reisch ortet eine einseitige “Preisdiskussion”. “Uns ärgern die multinationalen Konzerne, die uns beliefern, und eine zweistellige Gewinnmarge haben”, sagte Spar-Chef Hans K. Reisch im APA-Interview. Man selbst habe eine EBT-Marge von unter 2 Prozent. Reisch hat in der Vergangenheit bereits mehrfach betont, dass Spar gegenüber internationalen Konzernen wie Procter & Gamble, Johnson & Johnson und Nestlé keine Marktmacht hat.
Die Initiativen der Regierung im Bereich Lebensmittelpreise – größere Grundpreisauszeichnung und “Shrinkflation”-Warnhinweise – sieht der Spar-CEO weiter kritisch, weil es zu mehr Kosten für die Händler führe. Auch die technische Umsetzung der Mehrwertsteuer-Senkung für zentrale Produkte des täglichen Bedarfs auf 4,9 Prozent sei für Händler “irrsinnig” aufwendig.
Spar-Gruppe mit Bruttoumsatz von über 22 Mrd. Euro
Im Vorjahr erhöhte sich der Bruttoverkaufsumsatz der Spar-Österreich-Gruppe inklusive Supermärkte-Auslandstöchter, Hervis und SES Einkaufszentren um 4 Prozent auf 22,3 Mrd. Euro. Der Familienkonzern verfügt in Österreich und fünf Nachbarländern über knapp 3.100 Spar-, Eurospar- und Interspar-Märkte und 32 Shopping-Center. Rund ein Drittel der österreichischen Filialen wird von selbstständigen Spar-Kaufleuten geführt. Über 93.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 2025 für die Spar-Gruppe tätig, 51.000 davon in Österreich.
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