Teuerung auf Tiefstand: Inflation im Euroraum sinkt auf 1,7 Prozent
Die Preisentwicklung im Euroraum hat sich zu Jahresbeginn weiter entspannt. Im Jänner 2026 lag die Inflationsrate bei 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit erreicht die Teuerung den niedrigsten Stand seit September 2024.
Die jüngste Bestätigung durch Eurostat unterstreicht: Der Preisauftrieb verliert an Breite, auch wenn einzelne Komponenten weiterhin überdurchschnittlich steigen.
Energiepreise drücken Gesamtinflation
Ausschlaggebend für den Rückgang waren vor allem sinkende Energiekosten. Im Jahresvergleich gaben die Energiepreise um 4,0 Prozent nach. In mehreren Mitgliedstaaten wirkten auch fallende Großhandelspreise sowie auslaufende fiskalische Entlastungsmaßnahmen dämpfend.
Dagegen verteuerten sich Lebensmittel und Genussmittel weiterhin um 2,6 Prozent. Auch Dienstleistungen blieben mit einem Plus von 3,2 Prozent ein relevanter Preistreiber, wenngleich sich die Dynamik hier ebenfalls etwas abschwächte.
So niedrig wie zuletzt 2021: Auch Kerninflation weiter rückläufig
Die sogenannte Kerninflation – also ohne die besonders volatilen Posten Energie und Nahrungsmittel – ging leicht auf 2,2 Prozent zurück. Das enstrpicht sogar dem niedrigsten Stand seit Oktober 2021. Damit bestätigt sich der Trend einer allmählichen Normalisierung auch im breiteren Preisgefüge.
Große Unterschiede innerhalb der Eurozone
Innerhalb des Währungsraums bleibt die Teuerung jedoch uneinheitlich. Frankreich verzeichnete mit 0,4 Prozent die niedrigste Inflationsrate. Finnland und Italien lagen jeweils bei 1,0 Prozent. Am oberen Ende der Skala fanden sich die Slowakei mit 4,3 Prozent sowie Estland mit 3,8 Prozent. Deutschland lag mit 2,1 Prozent leicht über dem Durchschnitt des Euroraums. Für Februar rechnen Analysten von Morgan Stanley mit einem moderaten Anstieg der Gesamtinflation auf etwa 1,8 Prozent, während die Kernrate stabil bei 2,2 Prozent verharren dürfte.
Österreich: Deutliche Abschwächung der Teuerung
Auch in Österreich hat sich der Preisauftrieb deutlich verlangsamt. Laut Statistik Austria lag die Inflationsrate im Jänner bei 2,0 Prozent – nach 3,8 Prozent im Dezember. Im Monatsvergleich sank das Preisniveau sogar um 0,7 Prozent.
Ein maßgeblicher Faktor war ein statistischer Basiseffekt bei den Strompreisen. „Effekte der Strompreisentwicklung senkten die Inflation um einen ganzen Prozentpunkt“, erklärte Generaldirektorin Manuela Lenk.
Damit nähert sich auch Österreich wieder dem Inflationsziel der EZB an, nachdem die Preissteigerungen im vergangenen Jahr zeitweise deutlich höher ausgefallen waren.
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