Rekorde am Papier – Chaos in der Realität: Windenergie gilt als Hoffnungsträger der Energiewende. Doch der britische Alltag erzählt eine andere Geschichte. Am 5. Dezember 2025 erzeugten Windräder einen Allzeitrekord von 23.825 Megawatt – genug Strom für über 23 Millionen Haushalte. Offshore-Windparks decken mittlerweile rund 17 Prozent des britischen Strombedarfs.

Doch das Ergebnis kein Preissturz, sondern ein finanzielles Desaster.

1,67 Milliarden Euro – für nichts

Der Energieversorger Octopus Energy legt offen, was sonst kaum jemand ausspricht: Allein 2025 wurden 1,47 Milliarden britische Pfund (rund 1,67 Milliarden Euro) verschwendet, weil Windräder abgeregelt werden mussten – während Gaskraftwerke gleichzeitig Geld kassierten, um einzuspringen.

In Summe belaufen sich die Kosten der sinnlos produzierten Windenergie in der Zwischenzeit auf über 3 Milliarden Pfund. Das entspricht 24.643 Megawattstunden sauberem Strom – genug, um Schottland einen ganzen Tag zu versorgen. Produziert, bezahlt – und weggeworfen.

Warum Windstrom abgeschaltet wird

Das Problem ist strukturell – und absehbar: Wenn viel Wind weht, entsteht mehr Strom, als das Netz transportieren kann. Die Folge ist ein Stau im Stromnetz. Statt billiger Energie gibt es Notmaßnahmen: Windräder werden heruntergeregelt, fossile Kraftwerke werden bezahlt, um hochzufahren – und Verbraucher zahlen doppelt.

Oder wie es Octopus Energy nüchtern formuliert: Man zahlt dafür, saubere Energie abzuschalten – und schmutzige neu zu erzeugen.

Strompreise explodieren – trotz Energieüberfluss

Während Windstrom vernichtet wird, steigen die Rechnungen. Ab 1. Jänner 2026 zahlt ein britischer Durchschnittshaushalt 1.758 Pfund pro Jahr (rund 2.016 Euro) für Strom und Gas.

Schottlands Energieministerin spricht offen von einem System, das „nicht zweckmäßig“ ist – trotz Energieüberschuss.

Ohne Milliarden funktioniert Wind nicht

Die britische Regulierungsbehörde Ofgem reagiert mit dem nächsten Kostenschub: Über 28 Milliarden Pfund (mehr als 32 Milliarden Euro) sollen in Strom- und Gasnetze fließen – langfristig sogar bis zu 90 Milliarden Pfund.

Der Grund: Das Netz stammt aus der Kohle- und Gasära und ist für zentrale Kraftwerke gebaut – nicht für tausende wetterabhängige Windanlagen an Land und auf See.

Europa steuert auf dasselbe Fiasko zu

Großbritannien ist kein Sonderfall. In Europa wurden 2024 rund 72 Terawattstunden Strom – überwiegend erneuerbar – wegen Netzengpässen abgeregelt. Die Kosten: fast 9 Milliarden Euro. Das entspricht dem gesamten Jahresstromverbrauch Österreichs. Selbst der Technologiekonzern Hitachi Energy warnt: Ohne massiven Netzausbau werde die Energiewende unbezahlbar.

Der britische Fall entlarvt den Mythos der günstigen Windkraft. Windenergie ist teuer, ineffizient und nur mit gigantischen Zusatzkosten funktionsfähig. Am Ende bleibt eine simple Wahrheit: Viel Wind heißt nicht billiger Strom – sondern oft höhere Rechnungen.