Der entscheidende Investor, auf dessen finanzielle Unterstützung die Fortführung des Unternehmens aufgebaut war, hat sich kurzfristig zurückgezogen. Damit fehlt eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung des Sanierungsplans.

Sanierungsverfahren sollte Fortführung sichern

Die Tirometall GmbH mit Sitz in Langkampfen im Bezirk Kufstein hatte bereits im August des vergangenen Jahres beim Landesgericht Innsbruck ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Ziel war es, den Betrieb trotz finanzieller Schwierigkeiten fortzuführen und gleichzeitig eine Lösung mit den Gläubigern zu finden.

Damals galt ein finanzstarker Investor als zentraler Bestandteil des Rettungskonzepts. Die Kapitalzufuhr sollte dem Unternehmen ermöglichen, seine wirtschaftliche Situation zu stabilisieren und den Geschäftsbetrieb weiterzuführen.

Die Firma wurde 2016 gegründet und ist auf die Metallverarbeitung spezialisiert. Zu den Kunden zählen vor allem Maschinenbauunternehmen sowie mittelständische Industriebetriebe aus verschiedenen Branchen.

Wirtschaftliche Probleme führten zur Insolvenz

In wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet das Unternehmen unter anderem durch Verzögerungen bei der Verlagerung seines Betriebsstandorts. Hinzu kam eine allgemein schwache Marktentwicklung in der Branche, die die Auftragslage zusätzlich belastete.

Trotz dieser Probleme galt eine Sanierung lange Zeit als realistisch. Noch im Februar hatten sich Unternehmen und Gläubiger auf einen Sanierungsplan verständigt, der eine Fortführung ermöglichen sollte.

Rückzug des Investors bringt Sanierungsplan zu Fall

Der nun erfolgte Rückzug des Investors hat diese Pläne jedoch zunichtegemacht. Nach Angaben des AKV hätte das Unternehmen ohne die zugesagten Finanzmittel einen zentralen Punkt des Sanierungskonzepts nicht erfüllen können.

In der Folge dürfte das Verfahren nun in ein Konkursverfahren übergehen. In diesem Fall würde das vorhandene Unternehmensvermögen verwertet werden. Gleichzeitig müssten offene Forderungen von der Insolvenzverwalterin eingefordert und abgewickelt werden.

Schulden von rund neun Millionen Euro

Die finanzielle Situation des Unternehmens ist angespannt. Laut Angaben des KSV1870 beliefen sich die offenen Verbindlichkeiten, Stand August, auf rund neun Millionen Euro.

Den größten Anteil daran tragen Bankverbindlichkeiten in Höhe von etwa fünf Millionen Euro. Weitere rund 1,9 Millionen Euro entfallen auf Forderungen von Lieferanten. Der verbleibende Teil betrifft insbesondere öffentlich-rechtliche Gläubiger, etwa aus Steuern oder Sozialabgaben.

Im Rahmen des ursprünglich geplanten Sanierungsverfahrens hatte das Unternehmen den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent angeboten.