Trotz Gewinnplus bei voestalpine: Stellenstreichung unausweichlich
Der oberösterreichische Stahl- und Technologiekonzern voestalpine präsentiert für die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2025/26 ein widersprüchliches Bild. Während das Nettoergebnis deutlich zulegte, gingen Umsatz und Beschäftigtenzahl spürbar zurück.
Hinter den Zahlen steht ein tiefgreifender Umbau, mit dem sich der Konzern gegen eine schwache Konjunktur, die Krise der europäischen Automobilindustrie und steigende internationale Handelsbarrieren stemmt.
Gewinn legt deutlich zu – Umsatz unter Druck
Unterm Strich erzielte das Unternehmen nach neun Monaten einen Gewinn von 259 Millionen Euro – ein Anstieg von gut 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sanken die Erlöse um 5,1 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Ein wesentlicher Teil des Umsatzrückgangs sei laut Konzernangaben auf niedrigere Verkaufspreise zurückzuführen. Hinzu kämen Belastungen durch Währungseffekte und handelspolitische Maßnahmen.
Konzernchef Herbert Eibensteiner sprach von einem „sehr soliden Ergebnis in einem herausfordernden Umfeld“. Finanzvorstand Gerald Mayer ergänzte, dass zwei Drittel des Umsatzminus auf Preisrückgänge entfielen. Der Rest gehe auf externe Faktoren wie Zollentwicklungen und Wechselkursveränderungen zurück.
US-Zölle und Autokrise als Belastungsfaktoren
Besonders stark wirken sich laut Management die unter der US-Regierung verschärften Importzölle aus. Diese verursachten einen „höheren zweistelligen Millionenbetrag“ an zusätzlichen Kosten. Neben direkten Abgaben kämen Auftragsverluste hinzu. Betroffen sind unter anderem Standorte in der Steiermark – konkret Böhler Bleche in Mürzzuschlag sowie das Werk in Kindberg.
In Kindberg sei eine Reduktion des Personalstands unausweichlich, erklärte Mayer. Auch in Brasilien sei die Lage vergleichbar. Der Abbau werde sich größtenteils im kommenden Quartal vollziehen.
340 Jobs in der Steiermark betroffen
Allein in der Steiermark fallen insgesamt 340 Stellen weg – 280 fixe Arbeitsplätze sowie 60 Leiharbeitsverhältnisse. Die betroffenen Beschäftigten befinden sich laut Konzernführung in Sozialplänen. In Brasilien wurden rund 100 Arbeitsplätze gestrichen, weitere größere
Maßnahmen seien dort derzeit nicht vorgesehen.
Weltweit reduzierte sich die Belegschaft um 3,8 Prozent auf 48.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
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