Für die Abwicklung von Covid-19-Entschädigungen war ursprünglich ein Team von rund 60 Personen vorgesehen. Der tatsächliche Arbeitsaufwand blieb jedoch deutlich unter den Erwartungen. Dennoch liefen zahlreiche befristete Dienstverhältnisse weiter. Zunächst waren viele dieser Kräfte bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz eingesetzt, später wurden sie in andere Abteilungen des Amts der Landesregierung verschoben.

Aus Verwaltungskreisen ist zu hören, dass dort häufig weder klare Zuständigkeiten noch passende Aufgaben vorhanden gewesen seien. Monate vergingen, ohne dass ein konkreter Mehrwert für den laufenden Betrieb erkennbar wurde – die Kosten liefen derweil weiter.

Offizielle Darstellung: Alles ausgelastet

Das Land weist diese Darstellung zurück. Auf Nachfrage heißt es, sämtliche Mitarbeiter seien durchgehend beschäftigt gewesen und für ihre Leistungen auch korrekt entlohnt worden. Man verweist zudem auf rund 50 freie Karenzstellen, die während dieses Zeitraums nachbesetzt werden mussten. Diese seien vollständig mit Kräften aus dem Entschädigungsteam besetzt worden.

Für die verbleibenden knapp elf Vollzeitäquivalente habe es Übergangstätigkeiten gegeben. Sie hätten Rückstände aufgearbeitet, die während der Pandemie liegen geblieben seien. Kritiker halten dem entgegen, dass genau diese Unschärfe – Arbeiten ohne klaren Auftrag – ein Symptom überdehnter Verwaltungsstrukturen sei.

Personalstand wächst trotz Sparkurs

Unabhängig von der Bewertung einzelner Einsätze bleibt eine nüchterne Zahl: Zwischen Ende 2020 und 2024 ist der Personalstand des Landes – bereinigt um befristete Dienstverhältnisse – um 42 Personen gestiegen. Der Zuwachs betrifft sowohl die Bezirkshauptmannschaften als auch das Amt der Landesregierung selbst. Parallel dazu wurden neue Führungsfunktionen geschaffen, etwa im Bereich des Straßenbaus.

Angekündigte Reformen, zäher Vollzug

In nächster Zukunft, soll es endlich die ersten Einschnitte geben: Im Frühjahr 2025 kündigte die Landespolitik an, den Verwaltungsapparat zu verschlanken. Innerhalb von drei Jahren sollen rund 100 Stellen wegfallen, langfristig sogar knapp 300. Der Abbau soll primär über Pensionierungen erfolgen, wobei jede zweite frei werdende Stelle nicht mehr nachbesetzt wird. Spitäler und Pflegeeinrichtungen sind davon ausgenommen.