Verbund-Chef Strugl kündigt neuen Österreich-Tarif an
Die Ankündigung machte Verbund-CEO Michael Strugl am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten. Der neue Tarif gilt nicht nur für Bestandskunden, sondern auch für Neukunden. Die Vertragsbindung beträgt ein Jahr. Steuern, Abgaben und Netzkosten kommen allerdings weiterhin hinzu.
Österreichs größter Stromkonzern lässt aufhorchen: Der Verbund senkt seine Strompreise drastisch. Ab März zahlen Haushalte und Gewerbebetriebe für Strom weniger als 10 Cent pro Kilowattstunde – ein Rückgang um rund ein Drittel gegenüber dem aktuellen Preis von 15,6 Cent. Ein Schritt, der den Strommarkt neu ordnen könnte.
Warum der Strom plötzlich billiger wird
Der massive Preisrutsch kommt nicht aus dem Nichts. Strugl erklärte, die Senkung sei möglich, „weil im Zuge der Normalisierung der Strompreise uns auch die Beschaffung diesen Spielraum gibt“. Nach den extremen Preisausschlägen der vergangenen Jahre scheint sich der Markt zumindest teilweise zu beruhigen – mit direkten Auswirkungen auf die Endkunden.
Besonders bemerkenswert: Der sogenannte „Österreich-Tarif“ steht allen offen. Damit positioniert sich der Verbund offensiv im Wettbewerb und sendet ein klares Signal an andere Energieversorger.
Regierung feiert „großen Schritt“
Die Bundesregierung reagierte umgehend – und zeigte sich demonstrativ zufrieden. In einer Aussendung lobte sie die Preissenkung als „nächsten großen Schritt für günstigeren Strom und mehr Wettbewerb“. Gleichzeitig verwies sie auf bereits umgesetzte Maßnahmen.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) erklärte:
„Der Österreich-Tarif des Verbund ist auf diesem Weg ein weiterer großer Schritt: Er sorgt für deutlich niedrigere Energiepreise und stärkt zugleich den Wettbewerb am Strommarkt.“
Für die Regierung ist die Preissenkung auch politisch wichtig. Leistbare Energiepreise gelten als zentrales Thema für Haushalte, Betriebe und den Wirtschaftsstandort.
Staatskonzern in der Verantwortung
Auch Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) betonte die Rolle des Verbunds als Staatsunternehmen. Sein Fokus liegt klar auf Entlastung und Verantwortung:
„Als Bundesregierung sind günstigere Strompreise und eine Entlastung der Österreicher/innen unser oberstes Ziel. Dabei müssen auch die Energieversorger Verantwortung übernehmen und für günstige Preise und neuen Wettbewerb sorgen.“
Der Verbund tue nun genau das, so Hattmannsdorfer. Gleichzeitig hob er die Bedeutung staatlicher Beteiligungen hervor:
„Gleichzeitig unterstreichen wir einmal mehr die strategisch bedeutsame Rolle der Staatsbeteiligungen für den Standort und den Wohlstand Österreichs.“
Ergänzung zum Sozialtarif
Auch Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner zeigte sich erfreut. Sie verwies darauf, dass der neue Tarif bereits ab März verfügbar ist – und damit noch vor anderen Entlastungsmaßnahmen greift:
„Der Verbund geht dabei voran und bietet mit unter 10 Cent pro Kilowattstunde einen äußerst attraktiven Tarif.“
Besonders wichtig aus ihrer Sicht:
„Ergänzend zum 6-Cent-Sozialtarif ab April wird dieses Angebot bereits ab März allen wechselwilligen Haushalten in Österreich zugänglich.“
Zehetner sieht darin auch einen Erfolg der Gesetzgebung:
„Das Billigstromgesetz ist damit ein zentraler Hebel für faire Preise und spürbare Entlastung.“
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