Die von der Bundesregierung am Freitag vorgestellte Industriestrategie sorgt derzeit für hitzige Diskussionen. Im Zentrum des ambitionierten Plans steht ein Investitionspaket in Milliardenhöhe, das Österreichs Industrie aus ihrer derzeitigen Krise führen soll. Der Wirtschaft geht es schlecht: Hohe Energiepreise, schwache Nachfrage und steigende Lohnkosten belasten die Produktion. Doch ist das vorgestellte Paket tatsächlich das rettende Ufer?

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) präsentierte das Ziel, den Anteil der industriellen Wertschöpfung bis 2035 wieder auf über 20 Prozent zu steigern. Für 2026 sieht er eine „Trendwende“ vor. Doch Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), äußerte sich vorsichtig optimistisch. In der ZIB2 betonte er, dass der Plan zwar eine „sehr starke Ansage“ sei, jedoch auf eine schnelle Umsetzung und die Schaffung von „budgetären Spielräumen“ angewiesen sei. Die Industrie könnte von einem geförderten Industriestrompreis und Investitionen in Schlüsseltechnologien profitieren. Allerdings gebe es einen Haken: Die geplanten Maßnahmen sind unter Budget-Vorbehalt beschlossen.

Kritik aus der Opposition

Wirtschaftskammer-Generalsekretär Jochen Danninger fordert eine „zügige und verlässliche Umsetzung“ der Strategie, sieht jedoch die bürokratischen Hürden als Problem. Ein weiteres umstrittenes Thema sind die Investitionen in den Rüstungssektor. Knill verteidigte diese, da Österreich über „gute Technologien“ verfüge und die geopolitische Lage eine stärkere Beteiligung erfordere.

Doch nicht nur die Wirtschaftsvertreter sind gespalten. Die Opposition und NGOs äußern deutliche Kritik. Attac, eine globalisierungskritische Organisation, ist insbesondere gegen die Lockerungen bei Militärexporten. Ein Wifo-Ökonom hingegen lobte das Paket als „Innovations- und Resilienzpaket“, das Österreich langfristig konkurrenzfähig machen könne.

Reicht das aus?

Der Plan sieht auch vereinfachte Genehmigungsverfahren und die Förderung neuer Ausbildungsberufe vor, um der Industrie das nötige Personal zu sichern. Der Rot-Weiß-Rote Standortfond und der geplante Scale-up-Fonds sollen zudem Investitionen anziehen. Doch wird all dies ausreichen, um die Industrie auf Kurs zu bringen? Die Regierung hat jedenfalls eine Richtung vorgegeben. Nun liegt es an der Umsetzung.