Nach aktuellen Auswertungen des Alpenländischen Kreditorenverbands war 2025 bereits das dritte Jahr in Folge, in dem die Zahl der Unternehmensinsolvenzen neue Höchststände erreichte. In Salzburg stieg die Zahl der Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahr besonders stark – um mehr als zehn Prozent. Nur Oberösterreich verzeichnete mit einem Plus von über 15 Prozent noch stärkere Zuwächse.

Insgesamt mussten 231 Salzburger Betriebe Insolvenz anmelden. Besonders stark betroffen waren Handelsunternehmen, gefolgt von Hotellerie und Gastronomie sowie dem Baugewerbe. Die wirtschaftlichen Folgen schlagen sich auch am Arbeitsmarkt nieder: Bei einzelnen Insolvenzen verloren teils Dutzende Beschäftigte ihren Job, etwa bei einem Dienstleistungsunternehmen in Hallein mit 95 betroffenen Mitarbeitern.

Private Haushalte etwas stabiler

Deutlich entspannter stellt sich die Situation bei den Privatinsolvenzen dar. Hier ging die Zahl der Verfahren in Salzburg gegenüber 2024 um knapp sieben Prozent zurück. Mit 349 Fällen liegt das Bundesland österreichweit auf einem vergleichsweise guten zweiten Platz, nur Tirol verzeichnete noch weniger Privatkonkurse. Die Summe der privaten Schulden belief sich auf rund 35 Millionen Euro.

Kärnten: Ähnliche Tendenzen in anderen Bundesländern

Auch in Kärnten blieb die Zahl der Firmeninsolvenzen 2025 auf hohem Niveau. Dort wurden insgesamt 375 Unternehmenspleiten registriert, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr.

Zwar sank die Zahl der am Landesgericht eröffneten Verfahren minimal, doch die wirtschaftliche Dimension blieb erheblich. Vor allem im ersten Halbjahr gerieten größere Unternehmen mit Verbindlichkeiten von über einer Million Euro in Schieflage. Die Gesamtpassiva der eröffneten Insolvenzen summierten sich auf rund 232 Millionen Euro, fast 900 Arbeitnehmer waren betroffen.

Privatkonkurse nehmen zu

Anders als in Salzburg, zeigt sich in Kärnten, sowohl bei den Firmenpleiten, als auch bei den Privatinsolvenzen eine Verschärfung der Lage. Nach Angaben des AKV Europa ist die Zahl der eröffneten Verfahren im Jahr 2025 von 659 auf 687 angestiegen. Auffällig ist dabei vor allem der deutliche Zuwachs jener Schuldenregulierungsverfahren, die mangels ausreichender Vermögensmasse gar nicht mehr eröffnet werden konnten.