Zu besten Zeiten sollen 2200 Mitarbeiter rund 450.000 Kinderwagen pro Jahr produziert haben – eine beeindruckende Zahl, die die einstige Größe des Betriebs unterstreicht.

In der DDR kannten nahezu alle Eltern die Marke. Produziert wurde für den osteuropäischen Raum sowie für westdeutsche Unternehmen. Zekiwa war damit nicht nur regional bedeutsam, sondern auch international präsent. Der Name stand für eine Industrie, die in Zeitz und Umgebung Arbeitsplätze und Identität schuf.

Wirtschaftliche Entwicklung unter Druck

Wie die Bild berichtete, geriet das Unternehmen in den vergangenen Monaten zunehmend ins Straucheln. Die Geschäftsführung beschreibt die Lage deutlich: „In den vergangenen Monaten war die wirtschaftliche Entwicklung durch rückläufige Umsätze, steigende Kosten und eine anhaltende Ergebnisbelastung geprägt.“ Diese Kombination habe das Unternehmen erheblich belastet. Besonders deutlich wirke sich der Geburtenrückgang auf die Nachfrage aus, heißt es weiter. Weniger Kinder bedeuten weniger Bedarf an Kinderwagen – ein direkter Zusammenhang, der die Branche unmittelbar trifft.

Die demografische Entwicklung verschärft die Situation zusätzlich. 2025 wurden rund 640.000 bis 660.000 Kinder geboren, ausschließlich Lebendgeborene. Das entspricht einem Rückgang der Geburten von mindestens 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Geburtenrate befindet sich damit auf einem historischen Tiefstand. Für Hersteller von Baby- und Kleinkindausstattung bedeutet das einen schrumpfenden Markt.

Geschäftsbetrieb läuft weiter

Trotz des Insolvenzantrags ist der Betrieb nicht eingestellt. Der Geschäftsbetrieb läuft derzeit weiter. Das Unternehmen hat den Sanierungsexperten Nico Kämpfert von der Beratungsgesellschaft Innovatis beauftragt, um einen Investor zu suchen. Die Zielsetzung ist klar formuliert: „Ziel ist es, die Marke Zekiwa dauerhaft zu erhalten und ihre Position im Markt langfristig zu sichern und auszubauen.“