Wie schwierig diese Planung ist, schildert Michaela Berthold vom Hotel Walliserhof im Gespräch mit dem ORF. Zu Beginn jeder Saison stehe man vor einer kaum kalkulierbaren Entscheidung: Wie viele Mitarbeiter werden tatsächlich gebraucht? „Man spielt jedes Jahr ein Pokerspiel mit dem Wetter“, erklärt Berthold. Im vergangenen Winter habe sich eine zu optimistische Einschätzung als wirtschaftliche Belastung erwiesen, als trotz hoher Erwartungen die Auslastung im Februar deutlich hinter den Planungen zurückblieb.

Flexibilität statt Kündigungen

Aus diesen Erfahrungen wurden Konsequenzen gezogen. In dieser Saison setzt der Betrieb stärker auf interne Flexibilität. Mitarbeiter werden nicht mehr strikt nach Abteilungen eingesetzt, sondern unterstützen sich gegenseitig, wenn es die Auslastung erfordert. So helfen etwa Therapeuten oder Masseure in anderen Bereichen aus, wenn dort kurzfristig Bedarf entsteht.

Auch Sprachkenntnisse spielen dabei eine entscheidende Rolle. Im Housekeeping arbeiten aktuell mehrere Mitarbeiter, die ausschließlich Englisch sprechen. Bei Engpässen werden sie im Service eingesetzt. Sollte die Nachfrage temporär sinken, werden Mitarbeiter gebeten, Urlaubstage vorzuziehen – mit dem klaren Ziel, das Team geschlossen durch die Saison zu bringen.

Tirol startet mit Rückenwind in den Winter

Auch in Tirol verläuft die Saison bislang äußerst erfreulich. Sorgen bezüglich der Job-Planung sind hier weniger bedrückend. Im Fokus steht die positive Auslastung. Die Buchungslage sei „extrem gut“, erklärte Karin Seiler beim traditionellen Auftakt der Touristiker am Rande des Bergiselspringens in Innsbruck, gegenüber dem ORF. Besonders die Wochen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel lagen spürbar über dem Niveau des Vorjahres.

Seiler rechnet damit, dass die Wintersaison insgesamt mit einem Plus abschließen wird. Die Auslastung bis Ende Februar sei sehr solide, was den Betrieben zusätzliche Planungssicherheit verschaffe.