Drag-Show und „queere Tiere“: Naturmuseum Südtirol sorgt für Diskussionen
Homosexuelle Tiere, „flexible Geschlechterrollen“ und eine Drag-Performance: Im Naturmuseum Südtirol sorgt eine Ausstellung über „queere Natur“ für politischen Wirbel.
Im Naturmuseum Südtirol wird derzeit nicht nur Natur gezeigt – sondern auch diskutiert. Die Ausstellung „Queer Nature Photography Awards“ präsentiert zehn preisgekrönte Fotografien aus aller Welt. Sie zeigen unter anderem gleichgeschlechtliche Interaktionen bei Tieren sowie sogenannte „flexible Geschlechterrollen“ bei wirbellosen Arten.
Offiziell soll die Schau dazu anregen, Vorstellungen von „Normalität“ und „Natürlichkeit“ zu hinterfragen. Kritiker sehen darin jedoch eine politische Botschaft – verpackt als Wissenschaft.
Die Ausstellung läuft vom 25. März bis 30. Juni im Naturmuseum Südtirol, anschließend wird sie im Planetarium Südtirol weitergeführt.
Drag-Show als Begleitprogramm
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt das Rahmenprogramm: Am 27. und 28. März lädt das Museum zur Veranstaltung „Queere Tiere“ ins Bozner Kleinkunsttheater Carambolage.
Dort treten die Künstler Daniel Hellmann und Coco Schwarz als „Soya the Cow“ und „Piano Prince“ auf. Die Mischung aus Musik, Theater und Drag-Elementen soll die „Vielfalt im Tierreich“ künstlerisch darstellen.
Laut Ankündigung begegnen dem Publikum dabei „schwule Schafe“, „lesbische Albatrosse“, „zweigeschlechtliche Schnecken“ und Clownfische, die ihr Geschlecht wechseln können.
Die Aufführungen dauern rund 75 Minuten – und kosten 20 Euro Eintritt.
Politische Diskussionen
Wie Apollo News berichtete, sorgte die Aktion auch in der Politik für Diskussionen. Für Südtirols Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo (Fratelli d’Italia) ist die Sache klar: Hier werde Wissenschaft politisch aufgeladen. Er spricht von einer „woken Ideologie“, die Einzug in öffentliche Institutionen halte. Naturphänomene würden bewusst so interpretiert, dass sie in ein gesellschaftspolitisches Narrativ passten. Museen drohten dadurch ihren eigentlichen Auftrag zu verlieren.
Anders sieht es Museums-Landesrat Philipp Achammer von der Südtiroler Volkspartei. „Die Wissenschaft ist frei und bleibt frei“, äußerte er als Antwort auf die Vorwürfe.
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