Gefahr für die Liebe? Salzburg entfernt Liebesschlösser von Brücke
Was als romantischer Liebesbeweis gedacht ist, bringt eine Salzburger Brücke an ihre Grenzen. Weil sich dort immer mehr Schlösser ansammeln, greift die Stadt jetzt durch.
Eigentlich sollen die zahlreichen Schlösser auf der Brücke ein ewiges Liebessymbol sein, doch in Salzburg werden die romantischen Vorhängeschlösser inzwischen zum Problem. Wie die Heute berichtet, entfernen Mitarbeiter des städtischen Bauhofs derzeit wieder zahlreiche Liebesschlösser aus dem Brüstungsnetz am Marko-Feingold-Steg zwischen Makart- und Hanuschplatz. Grund ist die enorme Menge, die das Schutznetz immer stärker belastet. Insgesamt rechnet die Stadt in diesem Jahr erneut mit rund 1,5 Tonnen entfernten Schlössern.
Wenn Romantik zur Belastung wird
Das Prinzip ist weltweit bekannt: Paare hängen ein Vorhängeschloss an ein Brückengeländer und werfen den Schlüssel in den Fluss, um ihre „ewige“ Liebe zu symbolisieren.
Am Salzburger Steg landen diese Schlösser jedoch nicht direkt am Geländer, sondern im Brüstungsnetz, das eigentlich als Fallschutz für Passanten dient. Mit der Zeit ist daraus ein massives Gewichtsproblem entstanden.
Die große Menge an Schlössern kann das Netz beschädigen oder stark belasten. Die Stadt sieht darin ein Sicherheitsrisiko. „Ein Riss im Netz wäre ein echtes Sicherheitsrisiko und würde einen aufwendigen, teuren Austausch nach sich ziehen“, erklärt Herbert Seebauer, Leiter des städtischen Bauhofs. Außerdem wolle man verhindern, „dass durch Löcher gefährliche Situationen entstehen – etwa, wenn Kinder ein solches Loch als Steighilfe nutzen“.
Jährliche Aktion mit mehreren Mitarbeitern
Seit Montag sind Mitarbeiter des Bauhofs damit beschäftigt, besonders große und schwere Schlösser zu entfernen. Gearbeitet wird tagsüber mit fünf bis sechs Mitarbeitern. Dabei gehen die Teams bewusst behutsam vor – doch nicht alle Schlösser werden entfernt. „Wir nehmen Schlösser nach Augenmaß herunter. Der Schmuck bleibt sichtbar, aber die Belastung für das Netz wird reduziert“, sagt Seebauer. Er betont: „Diese Aktion richtet sich nicht gegen Liebesschlösser, sondern ist eine Sicherheitsmaßnahme.“
Durch die regelmäßige Entlastung soll verhindert werden, dass das gesamte Netz irgendwann komplett ersetzt werden muss. Das wäre ein aufwendiger und teurer Eingriff, der sogar eine Sperrung des Stegs erforderlich machen könnte.
Was mit den entfernten Schlössern passiert
Die Stadt Salzburg bewahrt die entfernten Schlösser ein Jahr lang auf. Paare, die ihr Schloss zurückhaben möchten, können sich beim Bauhof melden. Allerdings ist das Wiederfinden angesichts der großen Menge schwierig.
Nach Ablauf der Zeitspanne werden die Schlösser schließlich dem Recyclinghof übergeben.
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