In einem Fernsehinterview hat die norwegische Kronprinzessin ihr Schweigen über ihre Freundschaft mit Epstein gebrochen. Zuvor hatte sie sich nur schriftlich zu ihrem Kontakt mit dem verurteilten Sexualstraftäter geäußert. Die Kronprinzessin und Jeffrey Epstein sollen jahrelang Kontakt gehabt und sich auch über private Dinge ausgetauscht haben – selbst nach Epsteins Verurteilung.

Im Interview beteuert Mette-Marit: „Ich wusste nicht, dass er ein Sexualverbrecher war.“ Sie habe sich von Epstein „manipulieren und täuschen“ lassen. Der Standard berichtete.

Brisante E-Mails und enge Verbindung

In den Epstein-Akten soll Mette-Marit mindestens tausend Mal erwähnt worden sein. Der E-Mail-Verkehr zwischen der Kronprinzessin und dem verurteilten Sexualstraftäter aus den Jahren 2011 bis 2014 wurde von norwegischen Medien veröffentlicht. Sowohl Inhalt als auch Tonfall deuten auf eine engere Verbindung hin.

In einer der veröffentlichten E-Mails fragte Mette-Marit, ob es „für eine Mutter unangemessen“ sei, für das Handy-Hintergrundbild ihres 15-jährigen Sohnes „ein Bild von zwei nackten Frauen, die ein Surfbrett tragen, vorzuschlagen“.

Auch der teils flirtende Tonfall sorgte in Norwegen für Kritik. So soll sie in manchen E-Mails geschrieben haben: „Du bringst mich immer zum Lächeln“ oder „Ich vermisse dich“.

Kronprinzessin weist Liebesgerüchte zurück

Gerüchte über eine romantische Beziehung wies Mette-Marit im Interview entschieden zurück: „Es war ein freundschaftliches Verhältnis. Er war vor allem ein Freund für mich. Wenn Sie wissen wollen, ob die Beziehung anderer Natur war – die Antwort ist Nein.“

Ein weiterer E-Mail-Austausch sorgt jedoch für Irritationen. Darin soll Mette-Marit Epstein „Liebestipps“ gegeben haben. Epstein habe geschrieben, er sei in Paris auf „Frauenjagd“. Darauf soll sie geantwortet haben: „Paris ist gut für Ehebruch. Skandinavierinnen sind die besseren Ehefrauen.“ Dieser Austausch sei ihr heute peinlich. Gegenüber NRK erklärte die Kronprinzessin: „Das ist ein Geplänkel unter Freunden. Da ist nichts Besonderes dran. Es ist ein kameradschaftlicher Ton und etwas unbedacht.“

Krise im Königshaus spitzt sich zu

Sowohl Mette-Marits Freundschaft zu Epstein als auch der Vergewaltigungsprozess gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby belasten das norwegische Königshaus schwer. Nur noch 60 Prozent der norwegischen Bevölkerung äußerten sich in einer aktuellen Umfrage positiv gegenüber der Monarchie.

Viele Norweger zweifeln mittlerweile an Mette-Marits Eignung als künftige Königin. Ihr langes Schweigen erklärte sie im Interview mit ihrer chronischen Lungenerkrankung: „Ich bin die Mutter eines jungen Mannes, der sich in einer sehr schwierigen Situation befunden hat.“ Und weiter: „Außerdem ist mein Gesundheitszustand so, dass ich sehr viel Ruhe brauche. Und dieser Zustand hat sich noch etwas verschlechtert.“

Kronprinz Haakon (52) stellt sich demonstrativ hinter seine Frau. „Wenn man heiratet, dann tut man das schließlich in guten wie in schlechten Tagen“, sagte er im gemeinsamen TV-Interview. „Gerade, wenn es schwierig wird, ist es wichtig, ein Fundament zu haben, auf dem wir gemeinsam stehen können.“ Der norwegische Kronprinz betonte zudem, er wolle seine Frau immer an seiner Seite wissen – auch in schwierigen Zeiten.