Verkleidung ist angesagt im Fasching, in der bayerischen Landeshauptstadt auch beim Essen: In München kommt heuer eine Weißwurst im Krapfenteig daher. Am Faschingsdienstag ist die überraschende kulinarische Kreation bei diversen Münchner Innenstadtwirten zu haben, unter anderem im Hofbräuhaus, im Augustiner am Dom und im Augustiner Stammhaus. Von dessen Wirt Thomas Vollmer stammt die Idee.

Er habe sich gefragt, was speziell in München zum Krapfen passen könne – und “was hat mehr Münchner DNA als die Münchner Weißwurst”, sagte Vollmer. Der Legende nach sei die Weißwurst zudem im Fasching erfunden worden – damals angeblich, weil einem Wirt die Därme für Kalbsbratwürste ausgingen und er deshalb größere Schweinedärme vom Schwein verwurstete.

Nun passten die Erfinder die Wurst erneut an: Sie entwickelten eine Riesen-Weißwurst von etwa zehn Zentimetern Durchmesser und 40 Zentimetern Länge. Eine Scheibe davon wird in den aufgeschnittenen Krapfen gelegt – eine Art Krapfen-Wurst-Burger. Darauf kommt eine Kombination aus Münchner Weißwurstsenf und Düsseldorfer Löwensenf.

12.00 Uhr Regel auch für Krapfen?

Die Regel, dass die Weißwurst das 12.00 Uhr-Läuten nicht erleben sollte, gilt für den Krapfen nicht. “Wir haben seit gut 100 Jahren Kühlschränke”, sagt Ranzinger. Das Weißwurst-Ess-Gebot – das auch für die Wurst heute höchstens noch aus Traditionsgründen gilt – stammt aus einer Zeit, in der Lebensmittel mangels geeigneter Kühlung schnell verdarben.

Nicht zum ersten Mal gibt es im Fasching närrische Krapfen: Ein Miesbacher Bäcker sorgte 2019 mit dem Leberkäs-Krapfen für Aufsehen, ein paar Jahre später schuf er den Wurst-Krapfen mit Schweinswürsten, Zwiebeln, Ketchup und Currypulver – wo es den einen gruselte, griff der andere neugierig zu.