Plot-Twist bei Netflix: Kultserie „Bridgerton“ setzt auf lesbische Romanze
Netflix schreibt den Buchklassiker einfach um: Die fünfte Staffel von „Bridgerton“ wird lesbisch.
Netflix schreibt das Buch neu: In der fünften Staffel von „Bridgerton“ wird aus Michael nun Michaela.YouTube/Netflix Deutschland, Österreich und Schweiz
Die neue Staffel von „Bridgerton“ setzt zwei Jahre nach dem Ende der vierten Staffel ein. Schon die ersten Szenen zeigen, wohin die Reise geht: Francesca Bridgerton (Hannah Dodd) und Michaela Stirling (Masali Baduza) stehen sich gegenüber, tauschen diese typischen, vielsagenden Blicke aus, die in „Bridgerton“ selten harmlos sind. Und dann berühren sich ihre Hände ganz zart, ein Moment, der mehr sagt als jedes gesprochene Wort.
Die offizielle Ankündigung der Staffel 5 spricht von einer „neuen Liebe“ – tatsächlich aber wird hier einfach mal eben die komplette Buchvorlage auf links gedreht.
Ein Klassiker unter der Woke-Schablone
In den Büchern von Julia Quinn ist Francescas Geschichte eigentlich klar erzählt: Nach dem Tod ihres Mannes findet sie eine neue Liebe – und zwar in einem Mann, Michael Stirling, dem Cousin ihres verstorbenen Ehemannes. Es ist eine klassische Geschichte über Verlust, zweite Chancen im Leben und wachsende romantische Gefühle.
Staffel 5 der Netflix-Serie macht daraus etwas völlig anderes. Aus Michael wird unerwartet Michaela. Und aus einer bekannten Romanze wird plötzlich eine lesbische Liaison.
Was zunächst wie eine kleine Anpassung wirkt, ist in Wahrheit ein ziemlich radikaler Eingriff in die Vorlage, denn hier wird nicht nur ein Name geändert, sondern die komplette Dynamik der Beziehung neu geschrieben. Plötzlich geht es nicht mehr nur um eine zweite Chance auf Liebe, sondern auch um Identität, gesellschaftliche Grenzen und das Ausleben von Gefühlen in einer Welt, die dafür eigentlich keinen Platz vorsieht.
Wie viel „Bridgerton“ bleibt noch übrig?
„Bridgerton“ spielt im frühen 19. Jahrhundert in London, also in einer Zeit, die historisch klar geprägt war von festen Rollenbildern und Konventionen. Die Vorlage von Julia Quinn bildet genau das ab – ohne Anspruch, modern oder „divers“ zu sein, sondern schlicht als romantische Geschichte innerhalb ihrer Zeit.
Bisher war „Bridgerton“ zwar modern inszeniert, hielt sich aber in den großen Liebeslinien meist an das Original. Nun geht die Serie einen anderen Weg und zieht die Geschichte einmal durch die Woke-Schablone, als hätte Lady Whistledown persönlich die Diversity-Abteilung übernommen. Und genau da stellt sich die Frage: Warum eine Geschichte verändern, die ursprünglich nie politisch gedacht war, sondern einfach nur als romantischer Stoff ihrer Zeit funktioniert hat?
Wie viel „Bridgerton“ bleibt noch übrig? Diesmal dürfte das Warten für das „Bridgerton“-Publikum deutlich kürzer ausfallen als zuletzt. Showrunnerin Jess Brownell stellte bereits in Aussicht, dass die Abstände zwischen den Staffeln verkürzt werden sollen. Ein Start der neuen Folgen könnte damit schon ab Mitte 2027 realistisch sein.
Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.
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