Frankreich hat mit George Clooney, seiner Ehefrau Amal Clooney und den gemeinsamen Kindern prominente neue Staatsbürger. Doch kaum war die Einbürgerung offiziell, meldete sich Donald Trump mit deutlichen Worten zu Wort. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er die Clooneys als „zwei der schlechtesten politischen Prognostiker aller Zeiten“ und legte nach: Frankreich habe wegen seiner „katastrophalen Einwanderungspolitik“ ein massives Kriminalitätsproblem.

Doppelte Standards? Frankreich streitet über den Promi-Pass

Die französische Staatsbürgerschaft für die Clooneys wurde laut Amtsblatt kurz vor Inkrafttreten verschärfter Einwanderungsregeln veröffentlicht. Diese neuen Bestimmungen sehen unter anderem deutlich strengere Anforderungen an die Sprachkenntnisse vor. Genau hier entzündet sich nun die Debatte.

Auch innerhalb Frankreichs stößt die Entscheidung auf Kritik. Die stellvertretende Innenministerin Marie-Pierre Vedrenne äußerte Verständnis für jene Bürger, die den Eindruck hätten, dass bei prominenten Antragstellern mit zweierlei Maß gemessen werde. Man müsse sehr vorsichtig sein, welches Signal dadurch vermittelt werde. Innenminister Laurent Nuñez sowie das Außenministerium verteidigten hingegen die Einbürgerung.

Promi-Bonus trotz Sprachmängeln – neue Regeln ab 1. Jänner

Grundlage der Entscheidung ist eine Sonderregelung im französischen Bürgerlichen Gesetzbuch. Demnach kann Ausländern die Staatsbürgerschaft verliehen werden, wenn sie durch „herausragende Verdienste“ zum internationalen Ansehen Frankreichs beitragen. Allerdings räumte Clooney selbst ein, dass seine Französischkenntnisse trotz intensiven Unterrichts weiterhin begrenzt seien.

Brisant: Ab 1. Jänner müssen Antragsteller nach den neuen Einwanderungsregeln Sprachkenntnisse nachweisen, die ein Studium an einer französischen Universität ermöglichen, sowie einen Test über staatsbürgerliches Wissen bestehen.

Clooney und seine Ehefrau verbringen seit Jahren viel Zeit in Frankreich. 2021 erwarb die Familie ein ehemaliges Weingut in Brignoles im Süden des Landes. Der Schauspieler betonte mehrfach, wie sehr er die französische Kultur schätze – auch wenn er die Sprache nach eigenen Worten noch immer nicht ausreichend beherrsche. Frankreich sei für seine Familie jener Ort, „an dem wir am glücklichsten sind“.