Zunächst macht es fassungslos, dass die kritische Infrastruktur in Deutschland derart vulnerabel und ungeschützt ist. Es bedurfte keiner großen geheimdienstlichen operativen Kenntnisse und Fähigkeiten, um ein Blackout dieser Größenordnung zu verursachen. Zudem ist noch erstaunlicher, dass ein eigentlich – zumindest theoretisch – leistungsstarkes Land wie Deutschland fünf Tage braucht, um diese Problemlage zu beheben.

Die Terrorgruppe und Russland

Fast schon skurril mutet an, dass Regierungspolitiker sich anschicken, die Ursache bei Russland zu sehen und das Land für diesen Anschlag verantwortlich zu machen – wie übrigens für alle (wirtschaftlichen) Miseren der letzten Jahre. Doch diese Taktik verfängt nicht. Vielmehr sahen sich die eigentlichen Urheber des Anschlags bemüßigt, ein zweites Bekennerschreiben hinterherzuschieben, um sich ihrer Tat zu rühmen und bloß nicht Russland „zuzusprechen“.

Weiters macht betroffen, dass die Drahtzieher seit Jahren auf freiem Fuß sind, ja nicht einmal wie auch immer geartete polizeiliche Ergebnisse zu verzeichnen sind. Die Terrorgruppe hatte schon einiges mehr auf dem Kerbholz, viele weitere Anschläge gehen auf ihr Konto, trotzdem geschah – nichts. Politik, Justiz und Strafverfolgungsbehörden scheinen die Gefahren eines Linksterrorismus gar nicht erst begriffen zu haben.

Die deutsche Politik war auch zu keiner substantiierten Stellungnahme in der Lage. Der Bundeskanzler schweigt beharrlich in dieser Causa, bei der Bundesregierung herrscht völlige Indolenz. Erst ganze fünf Tage nach dem Anschlag rühmte sich diese auf Ihrer Website damit, dass der Bund nach „einem Brand einer Kabelbrücke“ dem Land Berlin technisch geholfen habe – eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dass es sich hier um einen beinharten, politisch motivierten extremistischen Terroranschlag gehandelt hat, wird nicht einmal angedeutet, sondern konsequent verschwiegen. Warum eigentlich?

Berlins Reaktion auf den Stromausfall

Besonders makaber scheint angesichts dieser Umstände, dass der vom Bund verliehene Deutsche Verlagspreis ausgerechnet vor einigen Monaten einen Buchverlag mit einem Preisgeld von 50.000 Euro auszeichnete, der in einer Publikation diverse Hilfestellungen gibt, wie anonyme Bekennerschreiben zu verfassen sind, ohne Spuren zu hinterlassen. Damit zeigt sich, dass die von der offiziellen deutschen Politik unterstützte NGO-Szene weiter fröhlich Urständ hält und Verbindungen zu kriminellen oder extremistischen Organisationen weiterhin nicht ganz ausgeschlossen werden können. Die damaligen Proteste der Opposition verhallten im Nichts.

Das Land Berlin bot in diesem ganzen Desaster ein suboptimales Krisenmanagement. Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zog es vor, in den ersten Stunden des Stromausfalls mit seiner Lebensgefährtin, einer Kabinettskollegin, Tennis zu spielen. Was aber rundherum problemlos funktionierte, war die schnelle Evakuierung von Migranten aus einem Aufnahmezentrum, das im betroffenen Stadtteil liegt. Die dort Untergebrachten wurden am ersten Tag des Blackouts in eine beheizte und mit einer funktionierenden Stromversorgung versehene Unterkunft gebracht.