Bence Bauer: Ukraine bedroht Orbán
„Wir hoffen, dass eine Person in der EU die 90 Milliarden nicht blockieren wird und die ukrainischen Soldaten Waffen erhalten werden. Andernfalls geben wir die Adresse dieser Person an unsere Streitkräfte weiter. Sollen sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer eigenen Sprache reden”, mit diesen Worten bedrohte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán ganz unverhohlen.
Jetzt sattelte die Ukraine aber noch eins drauf: Ein ehemaliger Abgeordneter nannte Orbáns fünf Kinder und sechs Enkelkinder explizit und bedrohte Orbán mit dem Tod: Er erklärte, dass eher Orbáns Blut flösse als das russische Erdöl. Eine solche Herangehensweise hat Ungarn noch nie erlebt. Selbst mit Viktor Orbán keine Sympathie hegende Menschen stellen sich auf seine Seite. Man kann zwar scharfe Rhetorik gegenüber Vertretern anderer Länder üben, doch dessen Tod herbeizufabulieren, ist eine neue, ungeahnte und brutale Dimension des Konflikts, den die Ukrainer beständig massiv anheizen.
Das östliche Nachbarland blockiert zudem die vertraglich zugesicherten Erdöllieferungen nach Ungarn. Die Gaspipeline Nord Stream nach Deutschland wurde bekanntlich von Ukrainern zerstört. Budapest opponiert nun seinerseits das 90 Milliarden-Paket der Europäischen Union für die Ukraine. Es ist eigentlich völlig unklar, welche Unsummen an Geldern in die Ukraine gekommen sind, dubiose Quellen und Transportwege eingeschlossen. Vor einer Woche stoppte das ungarische Finanzamt NAV eine Bargeldlieferung in Höhe von etwa 70 Millionen Euro an die Ukraine in Gestalt zweier Kleinbustransporter, hälftig in Euro und US-Dollar sowie neun Kilogramm reines Gold. Eine Fuhre befand sich auf dem Umgehungsring von Budapest, die andere in Richtung Süden des Landes, also gar nicht in direkter Fahrtrichtung gen Ukraine. Was mag wohl der Bestimmungszweck gewesen sein? Darüber rätselt ganz Ungarn.
Europas 190 Milliarden Euro
Europa hat der Ukraine in den letzten Jahren bereits mehr als 190 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. In Ermangelung dieser jahrelang transferierten Milliardenbeträge wäre das Land wohl längst bankrott. Durch die Finanzierung des ukrainischen Staatsapparates und auch des Krieges durch die Europäer scheint der Kontinent allmählich zu einer Art mittelbarer Kriegspartei geworden zu sein. Jedenfalls steht die Ukraine auf dem Schlachtfeld nicht besser da als vor vier Jahren. Ungarn hat immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Politik nicht nachhaltig ist, Europa auf Dauer schwächt und dem alten Kontinent schweren Schaden zufügt. Europa hat weltpolitisch in den letzten vier Jahren massiv an Stärke und Einfluss verloren – wirtschaftlich, politisch, militärisch und auch kulturell.
Zelenskyj und seine Leute stehen in dieser Lage nunmehr komplett mit dem Rücken zur Wand und zeigen ihr wahres Gesicht. Dem ukrainischen Präsidenten ging ihm immer nur um das Geld der Europäer und darum, sie mittels ihres langfristigen finanziellen, politischen und moralischen Engagements immer mehr in diesen Krieg hineinzuziehen sowie auch den Konflikt mit Russland zu einem Konflikt ganz Europas zu machen. Jetzt ist diese Strategie gescheitert – auch dank des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Es verwundert nicht, dass Zelenskyj erzürnt ist. Es bleibt jetzt nur zu hoffen, dass die Ungarn sich nicht von den ukrainischen Erpressungen und Bedrohungen einschüchtern lassen. Bekanntlich sind am 12. April 2026 Parlamentswahlen in Ungarn und die Ukraine würde sich sehr über einen Regierungswechsel in Budapest freuen. Die gute Nachricht ist aber, dass die Wahlen weder in Kiew, noch in Brüssel entschieden werden, sondern bekanntlich von den ungarischen Wählern in Budapest und im ganzen Land.
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