Trump ist einer der wenigen Politiker mit Mumm. Er blättert nicht täglich in Umfragen, um am Ende zum Schluss zu kommen, dass das meiste nicht geht. Er hat den Mut, seiner Intuition und seinen Überzeugungen zu folgen. Trump hat Werte. Die verkündet er und denen folgt er. Im Zentrum dabei: America First. In Österreich haben wir eine Regierung, die das Gegenbild zu Trump ist. Sie ist zerstritten, realitätsentfremdet, zögerlich, niemals spontan, mutlos und ängstlich. Große Entwürfe auch nur zu denken, ist ihr fremd. Seit sie an der Macht ist, beschränkt sie sich auf Symbolhandlungen und Detailmaßnahmen. Der Bildungsminister verschiebt vier Wochenstunden Latein in Richtung eines neuen Faches KI, der Innenminister schiebt im Jahr 20 bis 30 Syrer ab und freut sich wahnsinnig darüber, der Vizekanzler bringt eine Mehrwertsteuersenkung für einen vegetarischen Warenkorb auf den Weg, die dem Bürger im Jahr 80 Euro bringt und die Außenministerin tanzt im Dirndl auf Volksfesten und versendet gerne schwülstige außenpolitische Unterweisungen im Ton eines K.u.K.-Schulmeisters.

Die postmoderne judenfeindliche Querfront entsteht

Eine salbungsvolle diplomatische Note mit dem dringlichen Aufruf zur Deeskalation verließ am Tag nach der erfolgreichen personellen Enthauptung der islamistischen Diktatur im Iran das Außenministerium. Vernünftige Menschen hätten Trump und Netanjahu zu ihrem großen Coup gratuliert. Nicht so die Spitzen der Verliererkoalition. Sie fuchtelten den Amerikanern mit dem erhobenen Zeigefinger und dem Völkerrecht vor der Nase herum. Besonders der Postkommunist Andreas Babler, seines Zeichens kampferprobter Pro-Intifada-Aktivist. Dass das Völkerrecht auch einen Schutzauftrag für unterdrückte Volksgruppen und Völker beinhaltet, wurde geflissentlich übersehen. Auch die Legitimität des Tyrannenmordes kam den Vertretern der Verliererkoalition nicht in den Sinn. Mit ihrer israelfeindlichen Interpretation des Völkerrechts liegt die ungeliebte Koalition auf einer Linie mit der KPÖ, der DKP, der deutschen Linkspartei, der MLPÖ, dem britischen Trotzkisten Corbyn, den de facto bereits abgewählten Politikversagern Starmer und Macron und der rechtsradikalen Szene, die immer schon für die Araber war, weil diese zumindest genauso antisemitisch sind wie sie selbst. Das Hufeisen hat sich diesmal tatsächlich geschlossen. Linker und rechter Antizionismus und Israelhass reichen sich die Hände und spuken Gift und Galle gegen Israel. Eine sogenannte Querfront hat sich gebildet, die vom Identitären Patrick Lenart, über den rechten Flügel der AfD, ein paar zurückgebliebenen katholischen und evangelischen Klerikal-Faschisten, grün-alternativen Apo-Opas, grünen Ex-ÖH-Funktionärinnen, einfältigen Song Contest-Ohrenbeleidigern, dem linken Flügel der Sozialdemokraten, woken Transaktivisten, trotzkistischen Splittergruppen, der KPÖ, der antiimperialistischen Antifa und anderen in den 1990er Jahren hängengebliebenen Antiimperialisten reicht.

Nationalsozialismus niemals ordentlich aufgearbeitet

Zudem leiden wir heute darunter, dass der Nationalsozialismus niemals vernünftig aufgearbeitet wurde. Anstelle sich mit der nationalsozialistischen Vorgeschichte und ihren sexuellen, psychologischen und soziopolitischen Implikationen auseinanderzusetzen, wurde ein Gedenkregime installiert, das eine politisch korrekte Sprach- und Verhaltensdiktatur betreibt und antifaschistische Aufklärung auf Denkmalpflege und Museumsrundgänge verkürzt. Dass das Entstehen der nationalsozialistischen Psyche auch etwas mit bürgerlichen Selbstunterdrückungsgeboten, kirchlicher Sexualunterdrückung und klerikaler Verdammungsrhetorik, autoritären patriarchalen Erziehungsstilen, konformistischen Zwängen, die Unfähigkeit zur Negation bestehender inhumaner Verhältnisse und Orgasmusproblemen zu tun haben könnte, wurde verdrängt. Anstelle dessen gefiel sich die Politik in pathetischen Sonntagsreden und ihre Zuhörer applaudierten dazu frenetisch, während in ihrem Unbewussten die Judenfeindlichkeit weiterlebte, die sich hin und wieder in antijüdischen Ressentiments, die aber subtil vorgetragen wurden, äußerte.

Der Antisemitismus des geknechteten (Staats-)Dieners

Wer mehr unterdrücken muss, als er verdrängen kann, wird neurotisch. Dieser Satz geht auf Erich Fromm zurück. Ähnlich der deutsche Philosoph Max Scheler. Für ihn entsprangen Ressentiments und Hass einer menschlichen Psyche, die man dazu zwingt, negative Gefühle hinunterzuschlucken. Die Folge ist die Vergiftung der Seele und das Entstehen von Hass und Feindseligkeit. Und zuletzt Aurel Kolnai. Er stellte fest, dass der schlimmste Hass der religiöse Hass ist, der aufgrund des Manichäismus der meisten Heilslehren entsteht. In den religiösen Lehren kämpft immer ein gutes Prinzip gegen ein Böses. Schattierungen gibt es in der Regel nicht. Am Ende geht es immer darum, dass das Gute über das Böse triumphiert. Und oft ist den religiösen Fanatikern jedes Mittel dazu recht. Der Judenhass ist das Produkt des religiösen Furors, des christlichen oder muslimischen Manichäismus. Das Böse ist der Teufel und in seiner Nähe sind immer die Juden angesiedelt. Der ewige Jude vergiftet Brunnen, tötet Kinder und trinkt ihr Blut, vergewaltigt christliche Frauen, betrügt und stiftet Unfrieden, ist verschwörerisch und geldgierig. Der Hass auf Juden wird dort besonders mächtig, wo er von einer Religion befördert wird und wo die Vorschrift der Selbstunterdrückung (=Selbstvergiftung) und der erzwungene Verzicht auf sexuelle Freiheit herrschen. Der unbefriedigte und unzufriedene Mensch sucht den Sündenbock, an dem er seinen Hass auf sich selbst und das Unterdrückungsregime abreagieren kann und er findet den Juden.

Christlich-muslimischer Rollback – Rückabwicklung von Aufklärung und sexueller Freiheit

Der Antisemitismus ist seit dem Mittelalter bekannt und niemals verschwunden. Nicht einmal die bestialischen Taten von Christen, Muslimen und den Nazis an Juden führte zu seiner ernsthaften soziologischen Aufarbeitung und vor allem zu keiner ausreichenden psychologischen Ursachenforschung. Im Gegensatz dazu begann man seit der Jahrtausendwende die kontrollgesellschaftlichen Reglements zu verstärken, mit einem Wort, man zog die Gesinnungsschrauben wieder an und drehte die Freiheiten zurück. Nacktheit und Sexualität wurden wieder tabuisiert und der Einfluss der Religionen auf das gesellschaftliche Leben vergrößerte sich. Der Mainstream der katholischen Kirche wurde wieder reaktionär, indem er sich mit dem Islam zu einer Interessensgemeinschaft verbündete. Die Verhüllung der Frau wurde wieder gesellschaftsfähig. Man deutete sie nicht mehr als Tabuisierung und Beseitigung des weiblichen Körpers aus dem öffentlichen Raum, sondern als Befreiung vom männlichen Blick und als Selbstermächtigung. Züchtigkeit und Scham wurden wieder zu zentralen Werten erhoben. Freizügigkeit als aufreizend und provozierend negativ codiert. Auch die jungen Männer wurden von der neuen Religiosität in die Zange genommen. Verzicht wurde ihnen gelehrt und nahezu jedes erotische Signal des Mannes an die Frau kriminalisiert.

Donald Trump als Hoffnungsträger der Nonkonformisten

Übersehen wurde dabei, dass erzwungene sexuelle Selbstunterdrückung Hass, Aggressivität und die Suche nach Sündenböcken ansteigen lässt. Zu Zielobjekten wird alles das, was anders und unangepasst ist: Homosexuelle, freizügige Frauen, politisch Andersdenkende, Ungläubige und vor allem Nonkonformisten. Schon in den Schulen werden sie bedroht, verprügelt, sexuell bedrängt, lächerlich gemacht. Und auch der Dauer-Prügelknabe der Geschichte wird wieder vor den Vorhang gebeten, der Jude. Unter den Muslimen ist der Judenhass drei- bis viermal so groß wie unter Nichtmuslimen. In den Wiener Schulen ist es ungesund geworden, sich als Jude zu erkennen zu geben. Aber der Antisemitismus kommt gerade auch unter Nicht-Muslimen zu einem Revival. Israelfeindlichkeit und Judenhass sind wieder gesellschaftsfähig. Man darf sie wieder ungestraft auf den sozialen Medien zeigen. Die Opfer des gesellschaftlichen Backlash sind die Frauen und die Juden. Nur einer macht dabei nicht mit, Donald Trump. Er zeigt sich spontan, rüpelhaft, nonkonformistisch und schreckt auch nicht vor unpopulären Maßnahmen zurück. Und den reaktionären Tyrannen in Teheran, die die Welt mit ihrem aggressiv missionierenden Ableger, der Muslimbruderschaft, terrorisieren, gibt er ordentlich contra. Ich bin froh, dass es Donald Trump gibt. Ohne ihn würde Israel schon nicht mehr existieren und wir Nonkonformisten würden schon längst jeden Morgen in neuen Bademänteln an der Türe stehen, um die tägliche Hausdurchsuchung zu erwarten. Trump und seine Leute sind die letzte Hoffnung des freien Westens. Dass es einmal so weit kommt, hätte ich vor ein paar Jahren auch noch nicht geglaubt.

zVg/Bernhard Heinzlmaier