Während die Rechten auf Tradition, Stabilität, Nation, Ordnung und Eigenverantwortung setzten, waren die Leitwerte der Linken Gleichheit, Umverteilung, Revolution und Verstaatlichung.

Das Ende der Toleranz

Bis heute hat sich an dieser Wertedifferenz kaum etwas geändert. Noch immer stehen die Linken für leistungsskeptischen Etatismus und die Rechten für die Erhaltung des historischen Erbes, für Freiheit und gegen staatliche Bevormundung. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts waren die beiden politischen Grundströmungen allgemein akzeptiert. In den demokratischen Staaten der Welt fand ein ständiger Wechsel zwischen rechten und linken Regierungen statt. Trieben es die Linken zu extrem mit Umverteilung und Verstaatlichung, wählte das Volk rechts, waren die Rechten zu konservativ und elitär, dann wendete die Wählerschaft das Blatt zugunsten der Linken. Das Aufkommen der französischen Postmoderne war gleichzeitig der Beginn des Endes der politischen Toleranz. Die Linken wollten ab nun alleine herrschen. Die Verteufelung der Rechten begann seinen Lauf zu nehmen. Michel Foucault und Judith Butler, Gründungsvater und Gründungsmutter der postmodernen Wokeness, stellten die Moral über die Vernunft und das Subjektive über das Objektive. Unter ihrer Ägide wird die Moral zum Machtinstrument und die Politik zum Spiel mit pathetischem und kryptischem Vokabular. Sowohl in den geisteswissenschaftlichen Theorien als auch in der Sprache der politischen Propaganda dominierten die „leeren Signifikanten“, hohle Wortgebilde, emotional aufgeladen und fern der Vernunft, in die sich jeder einen beliebigen Inhalt hineindenken konnte. Damit wurde das einfache Volk von der Politik ausgeschlossen und ist es bis heute geblieben.

Lechts und rinks kann man nicht velwechsern. Werch ein Illtum!

Mit einem Mal war die Politik zum manichäischen Schauspiel geworden, in dem sich Gott und der Satan unversöhnlich gegenüberstanden. Das ist bis zum heutigen Tag so geblieben. Links ist das Synonym für Gut, rechts das Synonym für Böse. Das Gute, also die Linke, beansprucht die alleinige Legitimität im politischen Spiel. Die Rechte wurde zum Teufelswerk geframt und wird geradezu inquisitorisch verfolgt und mit dem endgültigen Ausschluss aus dem Spiel der Politik bedroht. Das Spiel ist aus, die Kreuzzüge haben wieder begonnen. Das Zentrum von politischen Hasskampagnen der Zeitgeschichte waren immer Universitäten. Wenn in der Geschichte der Totalitarismus sein hässliches Haupt erhob, haben sie den stärksten Anschub von fanatischen Eliten bekommen. Ein gutes Beispiel dafür sind die hysterischen Universitäten der untergehenden Weimarer Republik und die extremistische 1968er-Bewegung. Ziel der beiden dogmatischen Wahrheitsbewegungen war die gänzliche Auslöschung der anderen Seite. Unterschiedlich sind die Ideologien gewesen, die Wahl der Methoden war identisch. In Weimar legten sich die Rechten Hitler zu Füßen und überzogen das Land mit Gewalt, die 1968er Bewegung betete die Massenmörder Ho Chi Minh und Mao Zedong an. Später kam noch die Adorierung des homophoben und rücksichtslosen Militaristen Che Guevara hinzu. An seinen linken und rechten Rändern degeneriert das politische System immer wieder zu verkappten Religionen.

Universitäten als Brutstätten postmoderner Opferkulte

Zu den postmodernen verkappten Religionen gehören die Opferkulte. Auch sie gedeihen besonders an den Universitäten. In sogenannte „Safer Spaces“ ziehen sich Flintas, Transfrauen, Sex-positiv-Anhänger, antiimperialistische Israelhasser und die Antifa-Prügelhorden zurück. Denn an den Universitäten herrscht die Tyrannei der Fragilität. Wie rohe Eier wollen die nach Achtsamkeit Süchtigen behandelt werden. Schon der kleinste Widerspruch gegen eine Feministin gerichtet, kann eine Psychokrise sondergleichen auslösen. Widerspricht man einer, hat man alle gegen sich. Sogleich schließen sich die Verdammten dieser Erde zu schlagkräftigen Rollkommandos zusammen, gehen in den Kampf- und Vernichtungsmodus über und marodieren als Antifa oder Queer-Gangs durch die Städte.

Den Woken ist nichts verboten

Den jenseits der Vernunft lebenden Kreuzrittern der postmodernen Wokeness ist alles erlaubt. Zumindest dann, wenn es gegen die rechts der Mitte angesiedelten satanischen Horden geht. Wenn die Rechten einem gegnerischen Ork mit dem Hammer den Schädel einschlagen und dafür vor ein ordentliches Gericht gestellt werden, dann marschiert Katrin Göring-Eckardt, der grüne Erzengel aller wimmernden Opferbewegungen, vor dem Gerichtsgebäude auf, um weinerlich die Freilassung des Straftäters zu fordern. Denn es geht nicht darum, was jemand getan hat, sondern darum, wem er es angetan hat. Erschlägt einer der linken Heiligen einen Rechten, dann wird die böse Tat schlagartig zur guten. Der Täter mutiert dann zu einer Erlösungsfigur und ist sofort auf freien Fuß zu setzen, damit er weiter mit dem Hammer in der Hand missionieren kann.

Kein Mitleid mit Nazis wie Charly Kirk

Nach dem Mord an Charlie Kirk konnte man diesen Spruch auf allen sozialen Plattformen lesen: „Kein Mitleid mit Nazis“. Aber Charlie Kirk war kein Nazi, er war ein rechts-konservativer Aktivist, der, wie es sich für den klassischen Rechten gehört, für weniger Staat, für Ehe und Familie, nationale Solidarität und die Erhaltung des kulturellen Erbes eingetreten ist. Um die Hasstiraden gegen einen Familienvater zu rechtfertigen, wurde Kirk von den Medien sofort in einen Rassisten, Faschisten und Ultrarechten umgeframt. Dabei tat sich besonders die linksradikale Alarmhupe Heidi Reichinnek hervor, eine Neoleninistin, die grundsätzlich die kollektive Revolution über das Schicksal jedes Einzelnen stellt. Wenn ein rechter Aktivist wie Charlie Kirk abgeknallt wird, kommt kein Mitleid auf. Anstelle dessen tritt die reine Nützlichkeitserwägung, die Frage, ob der Mord der Revolution dienlich ist oder nicht. Ob also ein politischer Mord verurteilt, ignoriert oder bejubelt wird, entscheiden alleine taktische Erwägungen. Mitgefühl mit der Kreatur ist dem empathiearmen Revolutionär fremd. Der unbedingte Wille zur Macht lässt ihn erblinden für Not und Elend des im historischen Maßstab bedeutungslosen Einzelwesens.

Wer über den Tod von Quentin Deranque weint, ist ein Faschist

Der rechtsorientierte Quentin Deranque wurde im Rahmen einer Protestaktion gegen eine propalästinensische und antisemitische Abgeordnete der linksradikalen trotzkistischen Gruppe „La France insoumise“ von Angehörigen der verbotenen linksextremen Gruppe „Jeune Garde“ zu Tode geprügelt. Zu zehnt traten die Linksfaschisten so lange auf den Andersdenkenden ein, bis er schwer verletzt bewusstlos liegen blieb. Er starb später im Krankenhaus. Ganz offensichtlich war hier Hass im Spiel, denn Hass geht immer mit dem unbedingten Willen einher, den politischen Gegner zu vernichten. Er muss verschwinden, für immer. Beteiligt an der Mordtat waren parlamentarische Mitarbeiter des linksextremen Abgeordneten Raphaël Arnault. Daran sieht man, wie gut bei der extremen Linken der legalistische Teil, also die gesetzestreuen Abgeordneten, und die extremistischen Gewalttäter vernetzt sind. So ähnlich verhält es sich beim politischen Islam und bei den Linksextremisten. Der legalistische Flügel sitzt an den Universitäten und in den Parlamenten und kämpft mit den Mitteln der Propaganda um die Zustimmung der Menschen, die Extremisten schüchtern währenddessen mit objekt- und subjektbezogenen Gewalttaten die Gesellschaft ein. Die einen besorgen die Kohle und diskutieren, die anderen marodieren. Das ist die Aufgabenteilung. Dieser widerlichen Zusammenarbeit von „La France insoumise“ und dem schwarzen Block mit Namen „Jeune Garde“ ist Quentin Deranque zum Opfer gefallen. Übrigens wird das Bündnis der Legalisten und der gewalttätigen Extremisten von bestimmten Medien wohlwollend begleitet. Im österreichischen Standard findet man immer wieder Artikel von Adoranten der militanten Antifa und auch die TAZ, das Zentralorgan der deutschen Grünen, gibt den linksfaschistischen Bündnispartnern immer gerne Geleitschutz. Zum Tod von Quentin Deranque bemerkte die TAZ lapidar, dass es in der öffentlichen Diskussion zu einer „fragwürdigen Überidentifikation mit dem Opfer“ kommen würde. Man versteht sofort, was hier gemeint ist. Einen Rechten darf man erschlagen. Denn er ist moralisch wertlos und politisch gefährlich. Und wer für ihn eine Träne vergießt, der ist selbst ein Faschist.

zVg/Bernhard Heinzlmaier