2026 irgendwo in Niederösterreich: Es findet ein Fußballspiel U14 statt und es ist gerade Ramadan. Das Spiel beginnt um 18:00, die ersten Aktionen versprechen ein spannendes Spiel. Um 18:05 gibt es ohne ersichtlichen Anlass eine Spielunterbrechung, alle Spieler gehen zu ihrer Betreuerbank. Es stellt sich heraus, dass eine Trinkpause angesetzt wurde. Oder anders ausgedrückt: Fastenbrechen für unter Vierzehnjährige während eines Meisterschaftsspiels fünf Minuten nach Spielbeginn auf Wunsch der Gastmannschaft. Es stellt sich die Frage, ob man statt einer Spielunterbrechung auch einfach 10 Minuten später mit dem Spiel beginnen hätte können oder das Fasten 10 Minuten früher nach dem Prinzip „Notwendigkeit überwindet Verpflichtung“ beenden hätte können. Die Spielunterbrechung war keine große Sache, das Spiel wurde fortgesetzt, es war ein spannendes, sportlich faires Spiel und endete unentschieden.

Trotzdem: Würde man auf die Idee kommen, Sonntagvormittag keine Spiele anzusetzen, weil katholische Spieler noch in die Kirche gehen, von Freitagabend bis Samstagabend die Meisterschaft ruhen lassen, damit jüdische Spieler ihren Schabath halten können? Nein, man würde zurecht argumentieren, jeder muss in seinem Leben Prioritäten setzen, muss sich entscheiden, ob man seine Religion oder anderes dem Sport überordnet oder eben umgekehrt. Es geht auch in diesem Fall nicht um individuelle Rücksichtnahme, es geht um kollektive Einnahme von Raum, um bewusste Implementierung islamischer Gepflogenheiten in den Alltag der Gesamtgesellschaft. Und es geht um die Frage, wie weit sollte Toleranz und Verständnis gehen, wo endet die Sonderstellung des Islam?
Auch in den höchsten Spielklassen werden vom Schiedsrichter Trinkpausen angeordnet oder von Mitspielern Verletzungen vorgetäuscht, um ihren muslimischen Kollegen das Fastenbrechen zu ermöglichen.

Ramadan in der Schule

Bereits in vielen Volksschulen fasten islamische Kinder im Ramadan. Während darüber diskutiert wird, ob es nicht rücksichtsvoll von nichtmuslimischen Kindern wäre, nicht vor den Augen der Fastenden zu essen zu und zu trinken, sondern sich zum Beispiel dafür auf die Toiletten zurückzuziehen, werden die fastenden islamischen Kinder am Nachmittag unkonzentriert und müde, auch das Aggressionspotential steigt, es gibt mehr Streit und Konflikte am Nachmittag als sonst. Einige Schulleiterinnen wünschen sich, dass man, um Probleme zu vermeiden, fastende Kinder während des Ramadan einfach bereits mittags nach Hause schickt. Ein Monat lang kein Nachmittagsunterricht für islamische Kinder, um Ruhe und Frieden in der Volksschule zu erhalten mag aktuell und individuell eine gute Lösung sein, aber was bedeutet es für unsere Gesellschaft in 5, 10 oder 20 Jahren?

Für 2026 ist der Ramadan vorbei. 20.000 Gläubige haben am vergangen Freitag in Floridsdorf demonstriert, wie wichtig ihnen ihre Religion ist, wieviel öffentlichen Raum der Islam bereits einnimmt. 2027 wird es noch mehr Spielunterbrechungen in Fußballspielen, noch mehr fastende Kinder in Volksschulen und noch mehr Gläubige auf der Donauinsel vor der Moschee geben.

Ich frage mich, wie wird Ramadan 2030 oder 2040 in Österreich aussehen, und ich frage mich, was bedeutet das für unsere Gesellschaft der Zukunft.