Die größte Problemgruppe, die wir durch die unkontrollierte Massenflucht aus Afrika frei Haus nach Europa geliefert bekommen haben, sind die Muslime. Viele Europäer haben noch immer die Illusion, dass sie sich in die westlichen Gesellschaften integrieren werden. Aber das ist der zentrale Irrtum des gesamten Migrationsdiskurses. Denn diese Muslime wollen sich nicht integrieren. Integration wäre für sie gleichbedeutend mit Ehrverlust und Unterwerfung. Um dem Zielkonflikt zwischen geforderter Anpassung und der Beibehaltung der eigenen Traditionen zu entkommen, wählen sie die Scheinanpassung. Sie tun so, als ob sie sich integrieren wollten, tatsächlich aber bleiben sie in ihrem Innersten ihrer Herkunftskultur treu. Deshalb sind viele Europäer immer wieder überrascht, wenn ein „gut integrierter“ Palästinenser plötzlich, wie aus dem heiteren Himmel, einen Terroranschlag begeht. Der Grund dafür ist einfach. Es war nur seine kulturelle Oberfläche, die sich integriert hat, im tiefsten Inneren ist er immer ein überzeugter Islamist geblieben. Und genau so kann es zu einem überraschenden wilden, antisemitischen Shooting kommen, wie wir es gerade in Sydney erleben durften.

Der Ehrbegriff als zentrales Integrationsproblem

Ehre wird im Islam großgeschrieben. Ehre ist kein inneres Prinzip, sie lebt von ihrem demonstrativen Charakter. Ein Ehrenmann ist stark, mutig und stolz. Und das zeigt er durch Symbolhandlungen öffentlich. Muslimische Männer sind immer kampfbereit, denn es gibt immer etwas zu verteidigen. Am häufigsten ist es die Ehre der Familie. Wird ein Angehöriger der Familie oder des Clans in seiner Ehre verletzt, dann rückt die ganze Sippe aus, um den Ehrverletzten zu rächen. Wiederhergestellt wird die Ehre durch einen dramatischen symbolischen Akt. Die höchste Eskalationsstufe im Kampf um die Ehre ist der „Ehrenmord“. Um die verlorene Ehre wiederherzustellen ist man auch bereit, gegen geltende Gesetze zu verstoßen. Die Ehre steht über den möglichen Nachteilen, die ihre Verteidigung verursachen kann. Für die Verteidigung der Ehre geht man auch ins Gefängnis oder opfert in extremen Fällen auch sein Leben.

Emotionale Ehrenkultur versus aufgeklärte Rechtsstaatlichkeit

In der individualisierten europäischen Gesellschaft geht es nicht um die Ehre, sondern um die nüchterne Einhaltung von Normen, die das Zusammenleben regeln. Mit Normenverletzungen wird weitaus weniger emotional umgegangen. Sie werden vor einem unabhängigen Gericht verhandelt. Der Normenbrecher kassiert seine Strafe und der Fall ist damit in der Regel erledigt. Selten nimmt ein Europäer persönlich Rache für ein Unrecht, das an einem Angehörigen seiner Familie begangen wurde. Man überlässt Urteil und Strafe dem Staat und seinen Gerichten. So weit sind viele der arabischen Muslime noch nicht. Und das ist auch der Grund für viele Ehrendelikte, sei es nun die Ermordung einer untreuen Ehefrau oder die Austragung von Gruppenkonflikten, auch mit Fäusten und Waffen im öffentlichen Raum. Selbst bei einer Gruppenvergewaltigung kann es um die Ehre gehen. Dabei ruft der verlassene Ex-Partner der Frau eine Freundesgruppe zusammen, um diese gemeinschaftlich zu vergewaltigen. Nach der kollektiven Bestrafung ist die Ehre des verlassenen oder betrogenen Liebhabers wieder hergestellt. Es ist kein Fall bekannt, in dem ein Mitteleuropäer seine untreue Ehefrau durch eine gemeinschaftliche Vergewaltigung mit Freunden und Bekannten bestraft hätte. Hier verläuft offensichtlich die Grenze zwischen den Gepflogenheiten einer mittelalterlichen, heißen Stammeskultur und einer abgekühlten, individualisierten, aufgeklärten Gesellschaft, in der staatlich vermitteltes Recht und Gesetz herrschen und nicht Mannes- und Stammesehre.

Heiße PoC-Männer sehen rot

Die Gaza-Demonstrationen sind ein treffendes Beispiel für die kulturellen Unterschiede zwischen Europäern und arabischen Muslimen. Sieht man zum Beispiel eine Gewerkschaftsdemonstration durch die Straßen ziehen, dann zeigt sich uns eine geordnete Formation, die Fahnen trägt, ein paar Trommeln mitführt und eingeübte Parolen skandiert. Im Vergleich dazu sind Gaza-Demonstrationen wilde, emotionale, ja ekstatisch anmutende Veitstänze. Wild werden Hamas-Fahnen geschwenkt, wüste antisemitische Parolen gerufen, überhitzte Schreibeiträge mit überschlagenden Stimmen dröhnen kreischend aus Megafonen. Und es wird der Konflikt mit der Staatsmacht gesucht. Die Polizei wird wild beschimpft, beleidigt, angerempelt, kollektiv zurückzudrängen versucht. Es fliegen Flaschen und andere Wurfgegenstände. Und die Demonstranten geben sich willfährig dem Verlust der Impulskontrolle hin. Die Demonstrationen der Gaza-Demonstranten sind Manifestationen eines in der Ehre verletzten Volkes und seiner Sympathisanten, währen die Gewerkschaftsdemonstrationen eine kultivierte, europäische Vernunftshandlung abbilden, bei der kalkuliert ein besserer Kollektivvertragsabschluss angestrebt wird. Eskalationen werden bewusst vermieden, um die Seriosität und die Verfassungstreue der Demonstration zu unterstreichen. Man hat sich gut unter Kontrolle. Selbstunterdrückung und Triebverzicht haben wir gut gelernt, in unseren europäischen Erziehungseinrichtungen.

Sowohl-als-auch versus Entweder-oder

Der kulturelle Gegensatz zwischen dem aufgeklärten Europa und dem ungestüm-wilden Islam besteht im Widerstreit zwischen einer offenen pluralistischen Sowohl-als-auch-Gesellschaft und einer manichäischen Wertekultur, die nach dem Entweder-oder-Prinzip verfährt. Europa unterscheidet im Prinzip nicht zwischen Gut und Böse, es versucht Toleranzräume zwischen diversen Kulturen zu schaffen und offen zu halten. Hingegen ist die muslimische Kultur eine Wertediktatur. In ihr besteht der ständige Konflikt zwischen den Heeren des Guten und des Bösen. Durch den Islam kommen wir mit unserem eigenen Mittelalter in Kontakt und wir sind zu zivilisiert und konfliktängstlich geworden, um uns der Herausforderung mit unserer eigenen Vergangenheit zu stellen. Denn der Islam will es wissen. Für ihn sind wir das Böse, das Verachtenswerte, das Dekadente, das Verweichlichte, das Degenerierte, das Verfallende, das Schwache, das Ausgezehrte. Er verachtet uns genau deshalb, weil wir alles verstehen, weil wir uns nicht wehren, weil wir keine festen Grundsätze und Überzeugungen haben, weil wir uns nicht verteidigen, weil wir etwas „vom Besten aus beiden Welten“ schwafeln. Der Islam ist vital, aggressiv und selbstbewusst. Er will sich nicht mit uns arrangieren, er will nicht koexistieren, er stellt die Entscheidungsfrage, und zwar täglich. Wir oder Sie, Allah oder Jesus, Weihnachten oder Ramadan, Israel oder Palästina. Und warum wenden wir uns gerade jetzt von Israel ab? Weil wir nur zum Schein Freunde Israels sind und immer waren, denn in Wirklichkeit beherrscht uns noch immer der alte Geist, den der katholische und der nationalsozialistische Totalitarismus uns eingepflanzt haben. Am Ende wird sich herausstellen, dass wir einfach zu schwach und zu dekadent sind, um überhaupt Freunde Israels sein zu können. Wir sind einfach die Endstufe einer humanistischen Kultur, die untergehen will. Die Idee der Aufklärung werden andere aufnehmen und weitertragen müssen. Vielleicht sind es die Osteuropäer, deren Leben nach den Jahren der sterilen kommunistischen Ordnung gerade beginnt und die noch etwas zu wollen wagen. Europa in der gegebenen Form ist aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Spiel. Unsere Hoffnung kann nur sein, dass uns die Polen wie einst 1683 noch einmal vor den aus dem Osten anstürmenden Horden retten. Vielleicht diesmal gemeinsam mit den anderen Visegrád-Staaten und der amerikanischen MAGA-Bewegung.

zVg/Bernhard Heinzlmaier