Tatsächlich ist Europa dabei, sich in einen Zirkus zu verwandeln. An der Spitze der Burleske stehen politische Weißclowns, die sich seriös und intelligent zu präsentieren versuchen, aber tatsächlich penetrante, autoritäre Volksdompteure sind, die ihre Bürger wie dumme Auguste behandeln, die sich mit einfachen Propagandatricks wie Affen konditionieren lassen. Ein gutes Beispiel für diesen respektlosen Umgang mit dem Souverän ist die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel. Die Steuersenkung von zehn auf fünf Prozent auf ausgewählte Produkte, welche es sind, darüber wird noch gestritten, wird dem Bürger im Jahr geschätzte 100 Euro an Einsparung bringen. Diese wird aber sofort wieder durch staatliche Gebührenerhöhungen aufgefressen. In Wien wurde der Preis der Jahreskarte für öffentliche Verkehrsmittel 2026 um satte 100 Euro erhöht. Alleine durch diese Maßnahme ist der Effekt der Mehrwertsteuersenkung bereits neutralisiert. Von den vielen anderen Gebührenerhöhungen, zum Beispiel der Verteuerung der Autobahnvignette und des sogenannten „Parkpickerls“, haben wir dabei noch überhaupt nicht gesprochen. Ebenso wie von der zu erwartenden Prolongation der Inflation. Am Ende wird also der Bürger, dem man Entlastungen verspricht, mit weniger Geld dastehen als davor.

Eine Farce, die den Namen „Plastiksteuer“ trägt

Und als ob dies alles nicht genug wäre, treibt die Regierung auch noch ein falsches aber selbst für einen Idioten leicht durchschaubares Spiel mit der sogenannten „Plastiksteuer“. Nicht recycelte Plastikverpackungen werden zur Finanzierung der Mehrwertsteuersenkung mit einer neuen Abgabe belastet. Und auch dazu gibt es ein nicht haltbares Versprechen der Regierung. Eine ihrer vielen Staatssekretärinnen, die keiner kennt, die Phantom-Politikerin Barbara Eibinger-Miedl, verspricht, dass diese Abgabe ausschließlich von den Unternehmen der Lebensmittelbranche getragen werden wird. Eine größere Absurdität hat bisher noch kein Regierungsmitglied verkündet, denn natürlich wird die zusätzliche Abgabe in die Gesamtkostenkalkulation der Unternehmen eingehen. Und sich am Ende im Preis irgendeiner Ware oder Dienstleistung wiederfinden. Um das zu verhindern, müsste man den Markt abschaffen und eine kommunistische Kommandowirtschaft einführen. Das will zwar der Retro-Sozialist Babler, aber hoffentlich nicht die ÖVP, der die gute Frau Eibinger-Miedl angehört.

Die Rückgratlosigkeit der Scheinkonservativen

Dass aber im Irrenhaus Europa auch bei einer konservativen Partei die Durchsetzung ähnlicher Wahnsinnsideen durchaus möglich ist, zeigt die deutsche CDU/CSU. Die hat gerade im Bundestag einen Verbotsantrag der AfD betreffend die Antifa gemeinsam mit dem Linksblock aus SPD, Grünen und Linkspartei abgelehnt. Die Antifa ist identisch mit der Hammerbande, deren Mitglieder gerade in Deutschland und Ungarn wegen versuchter Tötungsdelikte vor Gericht stehen. Und trotzdem finden die Konservativen nichts dabei, gemeinsam mit der Linkspartei, die wie die SPD engste Beziehungen zu dieser gewalttätigen Straßenkampfgang besitzt, abzulehnen. Mit der luziden Begründung, die wir schon von der woken österreichischen Justizministerin gehört haben. Diese meinte, man könne die Antifa nicht verbieten, weil es sie gar nicht geben würde. Es sind also Aliens gewesen, die im Umfeld des Wiener Akademikerballs einen Besucher krankenhausreif geprügelt haben und vor kurzem deshalb vor Gericht gestanden sind.

Umerziehung des Bürgers zum wehrlosen Selbstunterdrücker

Ich bin mir sicher, dass gerade ein groß angelegtes Umerziehungsprogramm läuft, im Zuge dessen die Wahlbürger in pflegeleichte Lauchgewächse umgewandelt werden sollen. Dazu bedient man sich fügsamer Testimonials, die verkünden, dass wir alle achtsamer und sensibler im Umgang mit anderen Menschen werden müssen. Einer davon ist der Komiker Hape Kerkeling. Er beteiligt sich gerade federführend an den Bürgerverweichlichungsplänen der deutschen Bundesregierung. Wir sollen also noch sensibler werden, obwohl wir uns ohnehin schon zu einer Gesellschaft der Schwachmatiker, Luschen und anpassungsfreudigen Selbstunterdrücker verwandelt haben. Ziel ist es wohl, dass nun jede Form der geradlinigen und direkten kritischen Rede verschwindet. Die Folge davon kann dann aber nur sein, dass unsere Jugend, der schon heute zu wenig “Antifragilität” attestiert wird und die schon jetzt beim geringsten Gegenwind zitternd zusammenbricht und nach dem Psychologen schreit, noch mehr verweichlicht wird, als es jetzt schon der Fall ist. Ich kann dieses Sensibilitätsgerede nicht mehr hören. Ich will nicht, dass meine Kinder zu staatshörigen Masochisten erzogen werden. Im Gegenteil, sie sollen das Nein-Sagen lernen und sich, wenn nötig, gegen den immer übergriffiger werdenden Moralstaat zur Wehr setzen. Dem Herrn Kerkeling sollen sie mutig widersprechen und ihm zurufen: Wir wollen keine Gesellschaft der Luschen und Selbstunterdrücker, wir wollen Konflikte austragen und nicht nur die vom medialen Mainstream verbreiteten Normmeinungen auf Befehl ausspucken.

Ende des Holocaust-Gedenkens aus Rücksicht auf Muslime?

Die neue Weichheit ist ein strategisches Machtmittel der unmoralischen staatlichen Propagandamaschine. Machen wir endlich Schluss mit der jämmerlichen Sklavenrhetorik, den Weichheitsgeboten und den Mitmachvorschriften. Hören wir auf, jedes Stöckchen zu apportieren, das uns die Politik unter der Anleitung ihrer entrückten und benebelten PR-Berater zuwirft. Legen wir Sklavenmentalität und Selbstverleugnung ab, denn sie sind es, die uns in den kulturellen und demokratiepolitischen Abgrund reißen. Beispiel dafür gefällig? Hier ist es. Unlängst hat die SZ, ich nenne sie Alpenprawda, eine Glosse veröffentlicht, in der eine woke Lehrerin folgende fatale Jämmerlichkeit von sich gegeben hat: „Muslimische Jugendliche leiden in Deutschland oft darunter, dass sie im Geschichtsunterricht über den Holocaust seltsam unberührt am Rand stehen.“ Die Wahrheit hingegen ist, dass für viele von ihnen das Holocaust-Gedenken eine Provokation ist. Sie stehen nicht „seltsam unberührt am Rand“, sondern denken sich insgeheim, dass in der Judenfrage Hitler nicht alles falsch gemacht hat. Wie komme ich darauf? Weil es diverse Studien gibt, die eine solche Annahme nahelegen. Zum Beispiel die Antisemitismus-Studie des österreichischen Parlaments aus dem Jahr 2022. Aus ihr geht hervor, dass 40 % (Österreicher 10 %) der Migranten aus der Türkei und aus arabischen Ländern die Berichte über Konzentrationslager und Judenverfolgung für übertrieben halten, 41 % (Österreicher 14 %) der Auffassung sind, dass Österreich zu viel tut, um gute Beziehungen zum Staat Israel zu unterhalten und fast 50 % meinen, dass Frieden im Nahen Osten einkehren würde, wenn Israel von dort verschwände. Was den Holocaust betrifft, blicken wir also nicht auf eine leidende Opfergruppe, sondern auf eine Kultur, in der der Antisemitismus deutlich stärker verankert ist als in der unseren. Wo woke Menschen leidende Muslime sehen, sehen Realisten eine Bevölkerungsgruppe, die es Juden verunmöglicht, unbehelligt eine Schule zu besuchen oder im öffentlichen Raum die Kippa zu tragen. Man fürchtet sich förmlich davor, die neue Weichheit könnte auf die Idee kommen, das Holocaust-Gedenken wie Weihnachten diskret in den Hintergrund zu rücken, um muslimische Migranten nicht zu verstören. Dann wären wir aber bereits am „Point of no return“ angekommen, von dem aus der Untergang des Abendlandes deutlich sichtbar ist und nur mehr eine Frage der Zeit wäre. Der Ausgang des Clash of Cultures hätte sich dann bereits entschieden, aber nicht im Sinne des Westens.

zVg/Bernhard Heinzlmaier