Manfred Maurer: Die Schöne und das Kopftuch: Miss-Erfolg für Politischen Islam
Es war ein kleiner Schritt für Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid, aber ein großer Schritt für den Politischen Islam: Mit dem Hijab zogen zwei Muslima ins Finale der Miss-Germany-Kür.
Sie entsprechen ganz sicher weder islamistischen Klischees noch Wertvorstellungen. Grell geschminkt, selbstbewusst und ganz ohne den im muslimbrüderlichen Milieu obilgaten Mahram, also den männlichen Verwwadten als Aufpasser, hisste das Duo ausgerechnet auf einem Gipfel sexistischer Verwestlichung die Fahne des Islamismus.
Knirschende Fundizähne
Das Zähneknirschen der Fundi-Gemeinde während der Show in den Bavaria Studios bei München war kaum zu überhören. Doch der große „haram”-Aufschrei ob dieses Untergangs des Morgenlandes blieb aus. Deutsche Medien konnten zwar schon im Vorfeld der Missen-Kür am vorigen Samstag ausführlich über Anfeindungen berichten, welchen die kopfbetuchten Kandidatinnen ausgesetzt waren. Aber diese fügten sich gut in den islamischen Opfermythos: Alte weiße Männer, die ihre islamophoben Anwandlungen an sympathischen Jungmuslimas auslebten. Das ansonsten sehr lautstark auftretende Kalifat in spe ließ dagegen die öffentliche Inszenierung zweier Frauen vor – Allah schau oba! – gemischtem Kuffar-Publikum ausgerechnet im Ramadan widerspruchslos geschehen.
Mögliche Erklärung: Die Miss-Germany-Kandidatinnen lassen sich wunderbar als Role Models instrumentalisieren. Wenn der Hijab sich erst einmal als modisches, möglicherweise bald sogar von Nicht-Muslima gern getragenes Accessoire durchgesetzt hat, kann sich die Politik mit Kopftuchverboten endgültig brausen gehen.
Ohne-Pause-Hijab
Die Modefizierung des Hijab ändert natürlich nichts an dessen islamo-faschistischem Bedeutungsgehalt. Ginge es nur um ein islamisch-kulturell inspiriertes, jedoch keinen religiösen Anspruch mehr repräsentierendes Textil, wäre es naheliegend gewesen, im langen Prozess der Missenkür dieser jungen Damen ungeachtet ihrer modischen Präferenz zumindest für kurze Augenblicke ohne Haarverpackung angesichtig zu werden. Nur die normative Kraft des Islamismus bewirkt ununterbrochenes Kopftuchtragen in der Öffentlichkeit.
Aber wo ist das Problem, wenn Hijabistinnen derart modern und selbstbewusst daherkommen? Eine Frau, die nach den strengen Fatwaisten-Regeln in vielerlei Hinsicht als Mujjadifa (= Gotteslästerin) einzustufen wäre, kann doch nie und nimmer eine Islamistin sein!? Sie selbst wohl kaum. Doch wer als vermeintlich moderne Frau auf seinem Haupt die Flagge des Politischen Islam wehen lässt, begibt sich in die Rolle einer naiven Erfüllungsgehilfin beim Markieren des auszudehnenden Reviers. Büsra Sayed hat sogar ein Modelabel gegründet, das Frauen mit Hijab sichtbarer machen soll. Da wird auch der eingefleischte Islamist zum Pragmatiker – nach dem Motto: Im Zweifel ist alles, was der Verbreitung des Islam dient, halal (= erlaubt).
Einschleich-Islamismus
Liebliches Antlitz und sympathisches Gehabe verhelfen dem hierzulande mit einem Imageproblem kämpfenden Textil zu einer Richtung Akzeptanz tendierenden Normalität. Und diese neue, pseudo-moderne Normalität kommt schleichend daher. Sie sickert ein in eine Gesellschaft, die sich darüber, sofern sie es überhaupt tut, nur insofern beklagen kann, als die warnenden Stimmen zu lange und zu oft noch immer als rechtsextrem, islamophob oder gar neonazistisch gebrandmarkt wurden. Dass dieser durchaus effektive Einsatz der Faschismuskeule nicht wirklich Faschisten getroffen, sondern vielmehr den Islamofaschismus gefördert hat, mag sich allmählich als Erkenntnis durchsetzen.
Fertilitätsdrama
Doch selbst, wenn dieser ohnehin zu langsame Nachdenkprozess tatsächlich eine die politische Willensbildung dominierende Kraft generieren sollte, wird es dann wahrscheinlich zu spät sein für ein Herumreißen des Ruders. Denn die demografische Zeitbombe tickt. Bei einer Gesamtfertilitätsrate in Österreich von 1,31 (2024, Tendenz weiter sinkend) erreicht die nachfolgende Generation nur etwa knapp 60 Prozent der Elterngeneration. Zur Erhaltung der Bevölkerungszahl wäre eine Rate von 2,1 Kindern pro Frau erforderlich. Da muslimische Frauen hierzulande diesem Fertilitätsziel sehr nahe kommen bzw. es sogar übertreffen und autochthone Österreicherinnen mit einem Wert von 1,22 weit darunter liegen, ist der Effekt absehbar.
Unter der Annahme, dass muslimisch Geborene auch muslimisch bleiben, führen die Schrumpfung der niedrigfertilen Mehrheitsbevölkerung, die jüngere Altersstruktur muslimischer Gruppen und eben die höhere Geburtenzahl pro Muslima zu einer gravierenden Veränderung der Bevölkerungsstruktur. In Wien wird dieser Effekt noch schneller eintreten als im Rest Österreichs. In klassischen Zuwandererbezirken wie Favoriten oder Ottakring sind binnen 30 Jahren deutliche muslimische Mehrheiten absehbar, was angesichts einer laut Integrationsfonds (ÖIF) schon jetzt über 41 Prozent liegenden Muslim-Quote in den Wiener Pflichtschulen auch niemanden überraschen wird.
Neue Normalität
Setzt sich zudem die erfolgreiche Infiltrierung der – einerseits ignoranten, anderseits naiv toleranten – Gesellschaft mit der Ideologie des Politischen Islam weiter fort, woran die derzeit dominanten Islam-Verbände eifrig arbeiten, werden wir um die Mitte des Jahrhunderts nicht mehr über die Zulässigkeit von Ramadan-Festbeleuchtung, Minarette an Moscheen, Schweinefleischverzicht in Schulkantinen oder Kopftuchzwänge diskutieren, sondern all das als neue Normalität zu akzeptieren haben – mögicherweise sogar legitmiert durch demokratische Prozesse, die natürlich auch nicht unbeeinflusst bleiben vom demografischen Wandel.
Burka-Miss, Inschallah!
Manche können das schon gar nicht mehr erwarten. Beinahe enttäuscht titelte der Nordeutsche Rundfunk (NDR) nach der Miss-Germany-Wahl auf seiner Homepage: „2026 (noch) kein Titel für Kandidatin mit Hijab”. Den Misserfolg von Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid werden die Protagonisten des Politischen Islams schnell verkraften. Ihre gescheiterte Kandidatur war nur eine Etappe zum absehbaren Miss-Erfolg der Zukunft. Und wenn dann die erste Hijab-Miss Germany, Hijab-Miss Austria oder Hijab-Miss sonstwo in Europa als epochaler Fortschritt in eine superinklusive Gesellschaft abgefeiert werden wird, können wird uns darauf vorbereiten, die westlich-freiheitlich-säkulare Welt mit der ersten Burka-Miss endgültig ad absurdum zu führen. Inschallah!
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