Petra Steger: EU 2026 – Zeit für ein Europa, das wieder unseres ist
Wenn heute über die EU im Jahr 2026 gesprochen wird, geht es fast immer um Vertragsdetails, institutionelle Reformen oder neue Schlagworte aus Brüsseler Strategiepapieren.
Aber draußen, im echten Leben, stellen sich die Menschen eine ganz andere Frage: Wem gehört Europa eigentlich noch? Uns – oder einer politischen Klasse, die sich immer weiter von unserem Alltag entfernt hat? Viele spüren, dass Europa längst nicht mehr für Hoffnung steht, sondern für Überforderung. Für Dauerkrisen, Angstpropaganda und moralische Belehrung. Für ein System, das lieber reguliert als repariert, lieber eskaliert als vermittelt und lieber kontrolliert als vertraut.
Dabei müsste das nicht so sein. Europa könnte wieder näher an den Menschen rücken, wenn es sich daran erinnert, wofür es einmal stand. Frieden zum Beispiel – nicht als leeres Wort, sondern als echtes politisches Ziel. Statt Milliarden in einen endlosen Krieg zu pumpen, der weder Sicherheit noch Stabilität bringt, sollte unser Geld wieder dort ankommen, wo wir es täglich brauchen: in Straßen, Schienen, Brücken und einer funktionierenden Infrastruktur. Denn am Ende zahlen immer die Europäer die Rechnung für geopolitische Stellvertreterkonflikte, die sie weder verursacht noch gewollt haben.
Genauso bei der Energiepolitik. Niemand sollte in Europa Angst haben müssen, ob er sich im Winter die Heizung leisten kann. Eine warme Wohnung darf kein Luxus sein. Energiepolitik muss wieder Versorgungssicherheit bedeuten – und nicht ideologisch motivierte Verknappung auf dem Rücken der Bevölkerung. Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, um zu investieren, Arbeitsplätze zu schaffen und Werte zu erwirtschaften. Gesetze sollten dabei helfen, nicht verhindern.
Europa braucht wieder Mut
Europa braucht auch wieder mehr Mut zur Innovation. Unsere klugen Köpfe, Forscher, Tüftler und Unternehmer dürfen nicht länger in Bürokratie ersticken. Statt immer neuer Verbote und Überregulierungen braucht es Freiräume, damit Europa technologisch wieder mithalten kann mit den USA und China – wirtschaftlich, wissenschaftlich und kulturell. Ein Europa, auf das man wieder stolz sein kann.
Und Europa muss sich wieder sicher anfühlen. Kinder sollen ohne ständige Angst aufwachsen können. Grenzen zu schützen hat nichts mit Ideologie zu tun, sondern mit Verantwortung. Viele erinnern sich noch an ein Europa, in dem lange Sommernächte unbeschwert waren und Weihnachtsmärkte ohne Betonblöcke, Soldaten und Panzersperren auskamen. Dieses Europa ist kein Relikt der Vergangenheit – es kann wieder Realität werden.
Freiheit gehört dabei ins Zentrum. Freiheit heißt auch, zu akzeptieren, dass nicht alle Menschen gleich denken oder gleich leben wollen. Der Volkswille muss wieder zählen und darf nicht von Kommissionsbeschlüssen überrollt werden. Bürger sind mündig genug, ihr Leben selbst zu gestalten, ohne permanente Bevormundung oder moralische Umerziehung.
Dazu gehört auch Vertrauen in die Meinungsfreiheit. Ein starkes Europa hält unterschiedliche Ansichten aus. Es setzt auf Argumente statt auf Zensur, auf Offenheit statt auf Kontrolle. Wer seinen Bürgern vertraut, muss keine Angst vor freien Debatten haben.
Und am Ende geht es um Respekt. Um Respekt vor der Arbeit der Menschen, vor ihrem Geld, vor ihrem Leben. Steuergeld ist kein Spielgeld. Es ist hart erarbeitet und muss entsprechend sorgsam eingesetzt werden. Genau daran wird sich messen lassen, ob Europa wieder auf dem richtigen Weg ist.
Das ist kein utopisches Europa. Es ist ein vernünftiges, menschliches Europa. Ein Europa der Europäer – nicht der Eliten. Ein Europa, das wir uns vorstellen. Und eines, für das es sich lohnt, jeden Tag einzustehen.
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