Werner Reichel: Ein Samstagabend unter Freunden - Wenn der Bürger zum Feind wird
Die großen politischen und gesellschaftlichen Umbrüche manifestieren sich besonders eindrücklich im Alltäglichen und im Kleinen, abseits der politischen Bühnen und der medialen Propagandalautsprecher.
Ein Abendessen mit Freunden und Bekannten als verstörendes Spiegelbild des Niedergangs der westlichen Demokratie und Europas.
Die Einzahler ins System
Ein Samstagabend in Wien. Sechs Menschen sitzen zusammen in einer Wohnung in einem der noch besseren Bezirke der niedergehenden linken Multikultimetropole, essen, trinken und reden. Der Autor dieses Textes und seine Freundin sind gemeinsam mit einem anderen Paar bei Freunden zum Essen eingeladen. Alle, die da am Tisch sitzen, haben einen akademischen Abschluss, einen echten, nicht in Genderstudies oder in ähnlichen nutzlosen Pseudostudien, und sind seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Branchen der Privatwirtschaft erfolgreich tätig. Alle haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten, man ist Mitte 50, hohe Summen an Steuergeldern an den Staat überwiesen und alle haben Kinder, die ebenfalls längst zu braven Nettosteuerzahlern geworden sind.
Die kleine Runde, die sich an diesem Samstagabend getroffen hat, ist typischer Mittelstand bzw. gehobener Mittelstand. Alle sechs Damen und Herren zählen mit ihren Biographien, ihren Karrieren, ihrem Lebensstil und ihren Steuerleistungen zum Rückgrat der Gesellschaft, sie halten den aufgeblähten österreichischen Beamten- und Umverteilungsstaat am Laufen. Sie sind die Angehörigen jener Schicht, die die Migranten, die seit 2015 massenhaft in die Sozialsysteme einströmen, ebenso durchfüttern müssen wie das stetig wachsende Heer an Staatsdienern und Beschäftigten in der Asyl-, Integrations-, Sozial- und NGO-Industrie.
Keiner von ihnen hat je relevante Beträge an Arbeitslosengeld oder irgendwelchen staatlichen Transferleistungen kassiert. Die im österreichischen Sozialstaat von der Linken in Politik und Medien unablässig beschworene und eingeforderte Solidarität bzw. soziale Gerechtigkeit war und ist für sie eine Einbahn. Das wird sich auch nicht ändern, denn von jenen, die sie seit Jahrzehnten mit ihrer Arbeits-, sprich: Steuerleistung alimentieren müssen, haben sie keine auch nur annähernd adäquate Gegenleistung und schon gar keinen Dank zu erwarten.
Endlose Erwartungen an Steuerzahler
Im Gegenteil: Sowohl die dilettierenden Politiker inklusive deren parasitäres Umfeld als auch die aus dem Islamgürtel importierten Parallelgesellschaften gieren nach immer mehr, obwohl die Mittelschicht schon jetzt, Sklaven gleich, bei einer Steuer- und Abgabenquote jenseits der 50 Prozent die Hälfte ihrer Arbeitszeit und damit einen großen Teil ihrer Lebenszeit ausschließlich dem Staat und seinem Heer an unproduktiven Kostgängern opfern müssen.
Sie leisten nach Ansicht jener, die gut und gerne vom Geld der anderen leben, immer zu wenig, erfüllen ihre soziale Gerechtigkeitsquote immer nur ungenügend. Erst vor wenigen Tagen brüllte der sozialistische Vizekanzler Andreas Babler bei seiner Parteitagsrede in die Stehpultmikrophone, dass neue und mehr Steuern nicht nur unumgänglich, sondern auch gerecht seien, dass er also gewillt ist, die Mittelschicht bis zum Letzten auszupressen. Mit solchen Parolen aus der marxistischen Mottenkiste ist ihm der Applaus der linken Mainstreammedien und der NGO-Industrie sicher. Und die einst bürgerliche ÖVP wird, nachdem der Medienmainstream entsprechenden Druck ausgeübt hat, erwartungsgemäß einknicken und einmal mehr den Mittelstand verraten. Angesichts dieser feindseligen Stimmung im Land, der tiefen Gräben zwischen Staat und Bürgern und der trüben Aussichten macht sich in der bürgerlichen Mittelschicht Hoffnungslosigkeit und Resignation breit. Das wurde auch an diesem Abend deutlich artikuliert.
Jeder der Gäste an diesem Abend hat seine Steuern stets gezahlt, nicht gerne, aber gezahlt. Man hat den nimmersatten und übergriffigen Staat ertragen und erduldet, weil das Leben insgesamt und trotz aller staatlichen Widrigkeiten unterm Strich gut war: der öffentliche Raum war halbwegs sicher, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht gut, aber erträglich, die Infrastruktur intakt, das Bildungs- und Gesundheitssystem hat mehr oder weniger funktioniert, die Steuerleistungen waren, wenn auch nicht in dieser Höhe, halbwegs gerechtfertigt. Diese Zeiten sind vorbei. Die staatliche Faustformel lautet seit Jahren: Steuern rauf, Leistungen runter. Der Staat kommt nicht einmal mehr seiner Kernaufgabe, die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, nach. Was früher selbstverständlich war, worüber man sich keine Gedanken zu machen brauchte, etwa, dass man einen Arzttermin zeitnah bekommt, wenn man einen braucht, oder dass die Kinder sich sicher im öffentlichen Raum bewegen können, gilt mittlerweile als Luxus, den man sich leisten können muss. Das wird gerade immer mehr Menschen schmerzlich bewusst. Und diese Erkenntnis ist für viele extrem ernüchternd und belastend. Auch das hat der Autor an diesem Abend in seiner gesamten Tragweite erkannt. Menschen, die noch vor ein paar Jahren unbeschwert durchs Leben gegangen sind, positiv in die Zukunft geblickt haben, die auf den Staat, die Parteien und das herrschende System nahezu blind vertraut, es nie in Frage gestellt haben, sind angesichts der aktuellen Entwicklungen, des nun offen zutage tretenden Niedergangs und des immer offensiveren Auftretens der Muslime, die mittelfristig die Macht übernehmen und die Mehrheitsbevölkerung stellen werden, völlig desillusioniert. Dass das politmediale Establishment nicht gegensteuert, sondern diese Prozesse befeuert und damit der Verursacher all jener Krisen ist, die das Land an den Abgrund treiben, diese Erkenntnis hat sich bei immer mehr Menschen zur absoluten Gewissheit verfestigt.
Menschen, die in ihrem Leben nie radikal, die in ihren politischen Ansichten und Einstellungen immer moderat waren, haben die Nase voll, haben das Vertrauen in diesen Staat, in seine Institutionen und seine Helfershelfer in Medien, Kultur und Zivilgesellschaft komplett verloren.
Es hat sich eine massive Hoffnungslosigkeit, Resignation in dieser Schicht breit gemacht. Und viele wissen nicht, wie sie mit dieser Ohnmacht, dieser neuen Situation umgehen sollen. Man war sich an diesem Abend einig, dass die letzte Chance, die dieses Land noch hat, jene politischen Kräfte sind, die von den herrschenden Einheitsparteien und -medien mit Hilfe der Brandmauer, mit Zensur, Desinformation und anderen autoritären Methoden von der Macht ferngehalten werden.
Das ist auch der Grund, warum der Autor dieser Zeilen seine Gäste nicht näher beschreibt, weil es für sie gefährlich und existenzbedrohend wäre, wenn ihr Name mit dem politisch verdächtigen „rechten“ Autor Werner Reichel in Zusammenhang gebracht wird. Dieser Schicht wurde erst in jüngster Vergangenheit schmerzlich bewusst, dass sie nicht mehr aussprechen kann, was sie sich denkt, dass legitime politische Forderungen und Einstellungen von der herrschenden Klasse zu Hass, Hetze und Demokratiefeindlichkeit umgedeutet und entsprechend verfolgt werden.
Wer öffentliche Meinungen vertritt, die sich außerhalb des von oben vorgegebenen Rahmens bewegen, wird sozial geächtet, verfolgt, gecancelt, diffamiert, der hat zahlreiche Nachteile bis hin zu einem Berufsverbot zu befürchten. Der staatlich festgesetzte Preis, seine Meinung frei und öffentlich kundtun zu können, ist für die meisten unbezahlbar geworden. Wer die Massenzuwanderung, die Islamisierung, den Klimawahn, die sozialistische Umverteilungspolitik oder den LGBT-Kult kritisiert, gilt als politisch verdächtig und als Fall für den Verfassungsschutz.
Verlust der Meinungsfreiheit
Bürger, die sich nie etwas zu Schulden kommen lassen haben, die diesen Staat tragen und finanzieren, müssen erkennen, dass sie in den vergangenen Jahren zu Untertanen degradiert wurden und für das politmediale Establishment zur Gefahr, zu Feinden geworden sind. Sie haben keine Möglichkeit mehr sich zu artikulieren, sie sind mit zahlreichen Gesetzen gegen Hass und Hetze und im Zuge des Kampfes gegen rechts und für die Demokratie mundtot gemacht worden. Selbst das Aussprechen oder Posten simpler Wahrheiten können die Behörden oder staatlich finanzierte Denunzianten-NGOs auf den Plan rufen.
Obgleich der Autor schon seit Jahrzehnten über diese Entwicklungen schreibt, wurde ihm an diesem Abend ganz direkt bewusst, wie groß diese Kluft zwischen der herrschenden Klasse und den Beherrschten geworden ist, wie sehr man sich entfremdet hat und sich gegenseitig verachtet und fürchtet. Der westliche Parteienstaat ist in seinem Inneren so zerfressen und zerfallen, hat mittlerweile so wenig Rückhalt in der Bevölkerung, dass er nur noch mit Repression, Propaganda und der Einschränkung zentraler Bürgerrechte zusammengehalten werden kann.
Das erkennen bzw. spüren immer mehr Menschen, das ist in den Milieus, die den maroden Staat finanzieren müssen, zu einer alles bestimmenden und bedrückenden Gefühlslage geworden. Man erwartet sich vom politmedialen Komplex nichts mehr – außer Repression, neue Belastungen, leere Versprechungen und dreiste Lügen.
Und weil dieses tiefe Misstrauen auf Gegenseitigkeit beruht, versucht die herrschende Klasse ihre erodierende Macht mit rasantem Demokratieabbau zu festigen. Deshalb wird in Österreich, so wie in ganz Europa, aktuell ein Social-Media-Verbot für Jugendliche diskutiert. Es dient vor allem dazu, durch die Hintertür die Anonymität im Internet abzuschaffen. Künftig muss sich jeder mit Klarnamen registrieren, der in den sozialen Medien etwas verbreiten und mitteilen möchte. Der Staat schließt die letzten Freiräume, die den Bürgern noch geblieben sind. Das wird selbst gut- und staatsgläubigen Menschen, mit Ausnahme linker Fundis, deren bevorzugtes Biotop die Diktatur ist, angesichts der Schärfe dieser Maßnahmen bewusst. Bei ihnen verfängt die offizielle Schwurbelei der Politiker und ihrer Medien vom Kampf gegen die rechte Gefahr und der Schutz der Demokratie durch den Abbau derselben nicht mehr.
Große Teile der Mittelschicht haben erkannt, dass sie demokratiepolitisch längst ausgebootet worden sind, dass ihre Stimme und Meinung, obwohl oder gerade, weil sie den Staat tragen, nichts mehr zählt. Erstens, weil sie ihre Meinung nicht mehr offen aussprechen können und zweitens, weil der Staat ganz gezielt via Massenzuwanderung, Turbo-Einbürgerungen und durch das Aufblähen des Umverteilungsstaates ein gewaltiges Heer an Abhängigen geschaffen hat, das dasselbe Ziel verfolgt, wie der sie fütternde Staat: die finanzielle Ausbeutung der produktiven Mittelschicht im Namen der sozialen Gerechtigkeit.
Bei der Nationalratswahl 2024 wurde die FPÖ laut Wählerstromanalysen vor allem von der arbeitenden einheimischen Bevölkerung gewählt. Bei den Arbeitern, Angestellten und Selbstständigen lag sie mit zum Teil gewaltigem Abstand vor allen anderen Parteien. Die SPÖ wird hingegen fast ausschließlich von Migranten und Senioren, die ÖVP vor allem von Beamten und Senioren, die Grünen von Migranten und Vertretern der staatlich finanzierten Medien -, Kultur- und NGO-Branche gewählt. Durch die Gesellschaft läuft eine Bruch- und zunehmend Front-Linie zwischen den Menschen, die den Staat finanzieren und jenen, die von ihm leben, wobei erstere längst in der Minderheit sind.
Sie sind angesichts dieser Kräfteverhältnisse nicht mehr in der Lage, einen echten politischen Wechsel an der Wahlurne herbeizuführen, zumal ihn die ÖVP mit ihrer Brandmauer konsequent verhindert und damit die Wähler systematisch verrät bzw. betrügt. Die Folgen sind Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht, Wut und Perspektivenlosigkeit in Teilen der Gesellschaft.
Das dürfte in dieser Dramatik dem intellektuell und analytisch eher unterdurchschnittlich begabten letzten Aufgebot in Politik, Medien und Zivilgesellschaft nicht bewusst sein, obgleich diese Akteure wissen, dass ihre Herrschaft ein Ablaufdatum hat. Wenn die von ihnen ausgebeutete und schrumpfende Mittelschicht nicht mehr willens oder in der Lage ist, diesen Unrechtsstaat zu finanzieren und dieser seine Schutzgelder nicht mehr an die importieren muslimischen Gegengesellschaften entrichten kann, wird sich das Heer der Abhängigen von ihnen ab- bzw. sich gegen sie wenden.
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