Zwei Reden, zwei Welten: Bundeskanzler Friedrich Merz versuchte sich auf internationaler Bühne in München als großer Staatsmann, kluger Geopolitiker, gewiefter Stratege zu geben. Es ist ihm nicht gelungen: 100 Prozent Inszenierung, null Prozent Substanz und fehlende Ernsthaftigkeit.

Was Merz sagte und was Merz verkörpert, war genau das, wovor US-Aussenminister Marco Rubio einen Tag später in seiner historischen Rede eindringlich warnte. Merz ist in jeder Beziehung die perfekte Verkörperung des niedergehenden Europas: Moralisch aufgeblasen, ignorant, schwach und seine eigene Stellung, Möglichkeiten und Zukunft völlig falsch einschätzend. Ein Don Quijote, ein Bundeskanzler der traurigen Gestalt, der seinen klapprigen Gaul Rosinante zur stärksten konventionelle Armee Europas machen möchte, wie er in München betonte, um sich und Deutschland eine Bedeutung zu verleihen, von der alle wissen, dass beide sie nicht haben und auch nicht mehr erreichen werden.

Merz will auch „keine einseitigen Abhängigkeiten mehr akzeptieren, weder bei Rohstoffen noch bei Schlüsselprodukten oder Technologie“. Schön und gut, aber das ist nicht mehr als ein frommer Wunsch, eine Ansage ohne jede politische Konsequenz. Vor allem auch deshalb, weil es Merz, die Union und ihre wechselnden Regierungspartner waren, die Deutschland ohne jede Not, sprich: mutwillig überhaupt erst in diese einseitigen Abhängigkeiten geführt haben.

Jemand wie Merz kann nur noch in seiner eigenen Blase ernst genommen werden. In der realen Welt, also außerhalb des europäischen politmedialen Komplexes, in den USA, Russland, China, im arabischen Raum, in den nichtlinken Milieus etc. werden Merz und die anderen Verwalter des europäischen Niedergangs als das wahrgenommen, was sie tatsächlich sind. Und das ist wenig schmeichelhaft. Weil das selbst Merz nicht komplett verdrängen kann, war seine Rede von Weinerlichkeit und Gekränktheit durchzogen. Er fühlt sich, vor allem von den USA, unverstanden. Völlig unverständlich ist für Merz und seine linke Regierung etwa, dass Washington in Politikern wie Ursula von der Leyen, Emmanuel Macron oder ihm selbst die Wurzel des europäischen Übels, das Problem und nicht die Lösung sehen. Obwohl das Rubio in seiner Rede einmal mehr, wenn auch freundlicher als Vizepräsident JD Vance, nicht nur klar zum Ausdruck gebracht, sondern auch schlüssig begründet hat. Auch im aktuellen Strategiepaper zur nationalen Sicherheit hat Washington klar betont, stärker mit rechten und patriotischen Kräften wie der AfD, der FPÖ, mit den Regierungen in Ungarn, Italien oder der Slowakei zusammenarbeiten zu wollen.

Weshalb sich Jens Spahn in München bitterlich beklagte: „Es ist ärgerlich, dass die AfD in Washington ein akzeptierter Gesprächspartner ist.“ Wie Merz kann und will er nicht erkennen, was die AfD und die USA vertreten, was sie inhaltlich verbindet. Das sind im Wesentlichen zwei Punkte: eine Abkehr vom ökonomisch suizidalen Klimakult und ein Ende der kulturell suizidalen muslimischen Massenzuwanderung. Das fordert die AfD seit Jahren, das hat Rubio mehr als deutlich in Richtung Brüssel und Berlin kommuniziert. Was kann man daran nicht begreifen?

Sie wollen es nicht begreifen, halten an ihren fundamentalistischen Klima- und Multikultidogmen fest und wollen stattdessen die USA so belehren und erziehen wie ihre Bürger. Merz, Spahn und Brüssel sehen in Deindustrialisierung und Islamisierung kein Problem, keinen ideologischen Irrweg, sondern die Zukunft Europas, diese Dogmen sind Grundlage ihres Denkens und Handelns, alles, was sie politisch vorzuweisen haben.

Dass man in Washington deshalb auf Orban, Weidel, Fico und Meloni setzt, liegt auf der Hand – nur nicht für den linken politmedialen Komplex, nur nicht für bornierte Charaktere wie Merz oder Spahn. Man kann Washington, Trump, Vance und Rubio nicht vorwerfen, dass sie nicht versucht hätten, mit Brüssel und Berlin vernünftig zu reden, sie von der Transformation Europas in ein islamisiertes, vorzivilisatorisches Shithole abzubringen. Rubio hat es in München einmal mehr und mit Engelszungen probiert. Die politischen und medialen Reaktionen haben gezeigt: ohne jeden Erfolg.

Die linken Ideologen in Brüssel, Berlin und Paris haben sich längst von der Realität abgekoppelt. Je schneller Deutschland und Europa kulturell, ökonomisch und zivilisatorisch zerfallen, desto mehr radikalisiert sich dieser Machtzirkel, desto mehr zieht er sich in seine ideologische Zitadelle zurück, desto mehr verehrt und hofiert er jene, die ihm den Untergang bringen und desto mehr verachtet und bekämpft er jene, die das verhindern wollen – wie eben Rubio, die AfD, Victor Orban e etc. Deshalb wird das, was Rubio in München sagt, als Angriff, Affront, Boshaftigkeit und Dummheit gewertet. Man ist nicht mehr bereit, sich mit der Realität zu konfrontieren, wer die Wahrheit spricht, wird als Feind und Aggressor wahrgenommen.

Westlich ist an Europa nur noch die Hülle

Die Realität auszublenden und die Wahrheit zu unterdrücken gelingt Europa aber nur noch im eigenen Haus, indem man die Meinungsfreiheit und alle anderen demokratischen Strukturen und Prozesse in Rekordtempo abschafft, um jegliche Kritik, jegliche Gegenrede zu verhindern. Die Amerikaner kann man aber nicht wegzensieren, nicht mit frühmorgendlichen Hausdurchsuchungen einschüchtern, mit Debanking wirtschaftlich vernichten, nicht mit Trusted Flaggern und einer linken Politjustiz verfolgen – man kann sie nur ignorieren oder ankläffen. Wäre Rubio kein US-Staatsbürger, der deutsche Verfassungsschutz und linke NGO-Zensoren wären nach seiner Rede längst aktiv geworden.

Weil man die Amerikaner nicht wie die Dissidenten in Europa mundtot machen kann, muss man das, was Trump, Vance oder Rubio Europa mitzuteilen versuchen, als Angriff framen, auch wenn Rubio mehrfach betont hat, dass man Europa brauche: „Wir sorgen uns zutiefst. Wir sorgen uns zutiefst um eure Zukunft und um unsere. (…) Wir wollen, dass Europa stark ist. Wir glauben, dass Europa überleben muss (…). Weil wir wissen, dass das Schicksal Europas nie irrelevant für unsere nationale Sicherheit sein wird.“

Selbstredend ist die Sorge keine uneigennützige. Die USA brauchen Europa als verlässlichen Partner, als westlichen Vorposten. Wenn Europa sich zu einer islamischen Kolonie entwickelt, wonach es derzeit aussieht, nicht mehr Teil des Westens, sondern der islamischen Welt ist, dann stehen die USA in der Welt ziemlich allein da. Das ist nebenbei auch ein Aspekt, warum Trump so sehr an Grönland interessiert ist. Er möchte keine gewaltige Landmasse direkt vor der amerikanischen Haustür, die Teil der europäischen und damit schon bald der islamischen Einflusssphäre ist.

Man hat aus vielen guten Gründen großes Interesse daran, dass Europa europäisch, westlich, weiß, wohlhabend und stark bleibt. Der politmediale Komplex Europas verfolgt die gegenteiligen Ziele. Er strebt das an, wovor die USA so eindringlich warnen. Brüssel und Berlin haben längst all jene Werte zu Grabe getragen, die sie vorgeben zu verteidigen und die das Amerika unter Trump beiderseits des Atlantiks wiederzubeleben versucht: Freiheit, Individualität, Patriotismus, Marktwirtschaft etc. Auch das hat Rubio unmissverständlich betont: „Denn wir in Amerika haben kein Interesse daran, höfliche und ordentliche Verwalter des verwalteten Niedergangs des Westens zu sein. Wir wollen nicht trennen, sondern eine alte Freundschaft revitalisieren und die großartigste Zivilisation der Menschheitsgeschichte erneuern. Ein Bündnis, das wir wollen, ist eines, das nicht durch Angst vor Klimawandel, Angst vor Krieg, Angst vor Technologie gelähmt ist. Stattdessen wollen wir ein Bündnis, das kühn in die Zukunft rast. Und die einzige Angst, die wir haben, ist die Angst vor der Schande, unsere Nationen nicht stolzer, stärker und wohlhabender für unsere Kinder zu hinterlassen.“

Europa kann nur westlich und europäisch bleiben, wenn es den Klimakult, der die Deindustrialisierung Europas zum Ziel hat, und die Massenzuwanderung, sprich: Islamisierung beenden. Auch das hat Rubio deutlich ausgesprochen: „Im Streben nach einer Welt ohne Grenzen öffneten wir (der Westen, Anm. des Autors) unsere Türen für eine beispiellose Welle von Massenmigration, die den Zusammenhalt unserer Gesellschaften bedroht, den Fortbestand unserer Kultur gefährdet und die Zukunft unseres Volkes in Frage stellt.

Doch Merz, von der Leyen und die gesamte Linke Europas wollen kein Wiedererstarken, sondern den Untergang des Westens, sie wollen Europa zerstören: Alle großen politischen Entscheidungen und Weichenstellungen, die Brüssel, Berlin oder Paris im neuen Jahrtausend über die Köpfe der Bürger hinweg getroffen haben, zielten genau darauf ab.

Die Grünen beschimpften Rubio nach seiner Rede folgerichtig als Nazi, Die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen, Sara Nanni, schrieb auf X: „Marco Rubio hat gerade das Blood-and-honor Gaslightening als Rede erfunden.“ Merz würde es zwar nicht im hysterischen Jargon der Grünen ausdrücken, denkt aber im Grunde genauso.

Er sieht in der Regierung Trump keine Verbündeten, sondern Gegner, weil er wie die Linken Freiheit, Individualität, Demokratie, Selbstverantwortung verachtet. Man will sich nicht von seinem Selbstmord abbringen lassen, man will sich weiterhin in seiner sich selbst zugeschriebenen Schuld, die auch Rubio angesprochen hat, suhlen.

Man kann Washington nur raten, die in ihrer nationalen Sicherheitsstrategie skizzierte Vorgangsweise, verstärkt mit den patriotischen Kräften in Europa zu kooperieren, deutlich konsequenter zu verfolgen. Denn eines haben die Münchner Sicherheitskonferenz und vor allem die Reaktionen auf Rubios Rede deutlich gezeigt: Ein Dialog mit von der Leyen, Merz, Macron und den anderen Totengräbern Europas, die sich nur noch mit Repression und Zensur an der Macht halten können, ist Zeitverschwendung. Und Zeit hat Europa, haben die USA nicht mehr, zumal das, wovor Rubio gewarnt hat, in Wahrheit längst weit fortgeschritten ist.

Westlich ist an Europa oftmals nur noch die Hülle, der Lack, innerlich sind Strukturen und Werte wie Familie, Nation, Demokratie, Privateigentum etc. schon völlig ausgehöhlt und auch demographisch, geistig und kulturell hat sich Europa schon jenen Ländern bedenklich angenähert, aus denen es seine neue Bevölkerung rekrutiert.

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