1.359 Vergewaltigungen – 480 fremde Täter: Herkunft und Status bleiben oft unklar
Die Zahl der Vergewaltigungen ist seit 2015 massiv gestiegen – von 826 auf 1.359 Fälle im Jahr 2024. Auch die Zahl ausländischer Tatverdächtiger steigt – doch zentrale Täterdaten bleiben unbekannt. FPÖ-Abgeordneter Christian Lausch übt scharfe Kritik: „Man weiß es sehr wohl – man will es nur nicht bekannt geben.“
Polizeieinsatz in Wien: Die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen ist seit 2015 deutlich gestiegen.APA/MAX SLOVENCIK/EXXPRESS
Die Zahlen sind eindeutig – und brisant. 2024 wurden in Österreich 1.359 Vergewaltigungen angezeigt. 2015 waren es noch 826 Fälle. Binnen weniger Jahre kam es zu einem deutlichen Anstieg um mittlerweile 533 Fälle bzw. fast zwei Drittel. Selbst in den Corona-Jahren gab es keinen Einbruch.
Mehr Fälle, mehr fremde Tatverdächtige
Auch bei den Tatverdächtigen zeigt sich ein klarer Trend. Für 2024 nennt das Innenministerium bei Vergewaltigungen 480 fremde Tatverdächtige ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Darunter: 54 Asylwerber.
Ein Blick zurück zeigt die Entwicklung: Im Jahr 2019 wurden 948 Fälle von Vergewaltigung angezeigt, 2021 waren es bereits 1.054 und 2023 schließlich 1.287. Das Jahr 2024 stellt mit 1.359 Fällen den bisherigen traurigen Höhepunkt dar. Parallel dazu stieg die Anzahl der tatverdächtigen Personen ohne österreichischen Pass von 292 im Jahr 2019 auf 351 im Jahr 2021, 427 im Jahr 2023 und 480 im Jahr 2024.
Die Richtung ist klar: steigende Zahlen auf beiden Seiten.
Weitere Täterdaten sind nur bruchstückhaft vorhanden
Teilweise liegen auch konkretere Zahlen, aber nur vereinzelt und höchst unvollständig. Für 2023 zeigt eine Auswertung etwa: Unter den asylwerbenden Tatverdächtigen dominieren Syrer (23) und Afghanen (11).
Grundsätzlich wird die Zahl der Asylwerber unter den Tatverdächtigen erhoben, und sie schwankte in den vergangenen Jahren bei den Vergewaltigungen zwischen 50 und 60 pro Jahr. Im Jahr 2015 waren noch 39 Asylwerber unter den Tatverdächtigen, mit Afghanen an der Spitze.
Zentrale Fragen bleiben offen
Gleichzeitig bleiben wesentliche Punkte unbeantwortet. Nicht öffentlich ausgewiesen wird, wie viele Täter Asylberechtigte oder subsidiär Schutzberechtigte sind, wie viele andere Aufenthaltsstatus haben. In parlamentarischen Antworten heißt es dazu: Solche Statistiken würden „nicht geführt“.
Ähnlich ist die Lage bei der Herkunft und beim Migrationshintergrund. In den Statistiken scheinen weder Geburtsland noch Herkunft der Eltern auf. Damit wird auch ein möglicher Migrationshintergrund nicht erfasst – und ein Teil der Täterstruktur bleibt statistisch unsichtbar.
Lausch: „Die Daten sind da“
Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Christian Lausch, der seit Jahrzehnten als Justizwachebeamter in der Justizanstalt Josefstadt tätig ist, übt gegenüber dem exxpress scharfe Kritik: „Das Ministerium windet sich. Man will gewisse Informationen nicht preisgeben.“ Dabei seien die Daten vorhanden und könnten mit Leichtigkeit für die Statistik erhoben werden.
Lausch: „Ein Datensatz umfasst immer Name, Geburtsdatum, Paragraph und Nationalität. Das ist Standard.“ Auch die Namen der Eltern werden bei jedem Tatverdächtigen angegeben. Sein Schluss: „Man weiß es sehr wohl – man will es nur nicht bekannt geben.“
„Dann kann man an den Problemen nicht arbeiten“
So bekomme man die Herausforderungen nicht in den Griff: „Dann kann man nämlich an den Problemen nicht arbeiten.“ Und weiter: „Man arbeitet hier mit Halbwahrheiten.“
Aus seiner Erfahrung berichtet er zudem: „Gewalt gegen Frauen und Kinder ist in den letzten Jahren extrem gestiegen.“ Die Herkunft spiele hier eindeutig eine Rolle.
„Die Bevölkerung hat ein Recht darauf“
Für den FPÖ-Politiker ist Transparenz entscheidend: „Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu wissen, welche Nationalitäten hinter solchen Taten stehen.“
Auch beim Migrationshintergrund sieht er keine grundsätzlichen Hindernisse: „Natürlich ist das feststellbar. Das wird alles erfasst.“
Die Entwicklung ist klar: mehr Vergewaltigungen, mehr fremde Tatverdächtige – nur Nationalität, Aufenthaltsstatus und – bei österreichischen Staatsbürgern – der Migrationshintergrund scheinen öffentlich nicht auf. Uns fehlt ein vollständiges Bild.
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